P. Otto Syré SJ
* 9. März 1913
29. Oktober 2008

P. Otto Syré SJ wurde am 9. März 1913 in Münster als zweites Kind seiner Eltern Johann Hermann Ernst Syré und seiner Frau Maria Amalia, geb. Hundhausen geboren. Sein Vater war ein angesehener und weithin beliebter Handelsvertreter im Textilbereich. Seine Geschwister waren Elisa und Alma und sein heute noch lebender Bruder Vincenz. Neben der klar katholischen Erziehung im Elternhaus prägten ihn durch P. Gustav Grauvogel SJ die Ideale der Katholischen Jugendbewegung im Bund Neudeutschland (NDKMF), dem er zeitlebens verbunden blieb. Er besuchte die Lamberti Volksschule und das städtische Gymnasium zu Münster. 1933 machte er Abitur, und nach zwei Semestern Theologiestudium am Borromäum in Münster trat er am 25. April 1934 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu zu s' Heerenberg ein. Sein philosophisches Studium von 1936 bis 1940 wurde unterbrochen durch eine schwere Lungen-Tuberkulose. Über 15 Monate verbrachte er in der Franziskus-Heilstätte zu Mönchengladbach, um sie auszuheilen. Danach wurde er in seinen Aufgaben sein ganzes Leben lang häufig durch Krankheiten - mehrfach bedrohlichen - behindert. Sie zwangen ihn, insgesamt über zwei Jahre in Krankenhäusern zu verbringen.

Während des Krieges war er zeitweilig Sekretär des Provinzials Theodor Wulf SJ und erlebte dadurch am 15. April 1941 die Auflösung des Canisiushauses in der Stolzestraße zu Köln durch die Gestapo. Danach begann er das Theologiestudium an der Hochschule Sankt Georgen zu. Frankfurt. Mit 14 anderen Jesuiten wurde er am 9. November 1942 in der Jesuitenkirche zu Mainz durch Bischof Dr. Albert Stohr zum Priester geweiht. Alle diese neu geweihten Mitbrüder wurden zu ihrem Schutz vor der Gestapo in Pfarreien gesandt. P. Syré war zuerst in der Pfarrei Deutschorden und dann in der Pfarrei zu Oberrad in Frankfurt und erlebte die Zerstörungen der Wohnungen und die Leiden der Menschen durch die Bombenangriffe. Nach dem Ende des Krieges setzte er bis 1947 sein Theologiestudium im Berchmanskolleg zu Pullach fort. Anschließend war er zum Terziat im Haus Sentmaring zu Münster. Von jetzt an stand sein Ordensleben im Dienste der Mitbrüder und vielseitiger Seelsorgsarbeiten. 1948 war er Sozius des Novizenmeisters in Eringerfeld. Von 1952 bis 1955 war er Sozius des R Provinzial Nikolaus Junk. Damals versuchte er sich mit schriftstellerischer Arbeit und gab drei Hefte "Jesuiten" im Verlag Styria heraus.

Sein besonderes Charisma zeigte sich als Hausoberer. Gut 34 Jahre war er insgesamt Superior zuerst in Saarlouis, dann in Hannover, Dortmund, Köln, Koblenz, Trier und Münster. In all diesen Städten gab er Priesterkonferenzen, Schwesternvorträge und Exerzitien. 1972 übernahm er für einige Jahre die Aufgabe, etwa 50 Mitbrüder der Provinz zu besuchen und zu betreuen, welche damals auf Einzelposten lebten und arbeiteten.

Von 1977 bis 1988 war er Nationalsekretär für das Gebetsapostolat und besuchte alle Bischöfe in Deutschland.

Von 1992 an war er frei von Aufgaben, und so wurde die Herausgabe eines Kalendariums der Gesellschaft Jesu sein Traum. Ganz abschließen konnte er dieses Vorhaben nicht mehr, wenngleich über 100 Artikel fertig vorliegen und im Internet unter seinem Namen zu finden sind.

Im April 2002 zog er mit anderen Mitbrüdern des Altenheims von Münster nach Köln-Mülheim um. Eine auffallende Stille begleitete ihn nun bis zu seinem Tod. Er war sehr glücklich in der Gesellschaft Jesu und sehr beliebt bei allen. Mit Sinn für Stil in Kleidung und Umgang strahlte er zeitlebens eine großzügige Grandezza aus.

P. Syré schrieb in seinen Aufzeichnungen: "Er erreichte immer tiefere Schichten seines Lebens, wie es in der 4. Strophe des Liedes Morgenstern der finstern Nacht von Angelus Silesius ausgedrückt ist." Am frühen Morgen des 29. Oktober 2008 vollendete er ganz ruhig sein Leben.

"Du erleuchtest alles gar, was jetzt ist und kommt und war.
Voller Pracht wird die Nacht, weil dein Glanz sie angelacht,
weil dein Glanz sie angelacht."

R.i.p.