Pater Bruno Schüller SJ
* 9. November 1925
30. Oktober 2007

Bruno Schüller wurde in Rhens am Rhein geboren. Nach Schulbesuch, Kriegsdienst bei der Marine und Gefangenschaft bestand er 1946 das Abitur in Koblenz. Danach trat er in die Niederdeutsche Provinz der Gesellschaft Jesu ein. Die Jesuitenausbildung (Noviziat, Philosophiestudium in Pullach-München, pädagogisches Praktikum am Kolleg in Büren, Theologiestudium in Frankfurt am Main - St. Georgen, Tertiat, Seelsorgspraktikum in Stockholm, Spezialstudien der evangelischen Theologie in Münster in Westfalen) beendete er mit einer Promotion in Moraltheologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am 30. Juli 1956 empfing er im Frankfurter Dom die Priesterweihe.

An der Phil.-Theol.-Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main begann er 1961 seine Lehrtätigkeit im Fach Moraltheologie und wurde 1965/66 zum Professor ernannt. 1968 wurde er an der Ruhr-Universität in Bochum Professor für Moraltheologie, wobei er seine Lehrtätigkeit in Frankfurt fortsetzte. 1974 erhielt er einen Ruf an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster in Westfalen, an der er bis zu seiner Emeritierung 1991 blieb. Er wirkte als Gastprofessor an der Universität Gregoriana in Rom (1973) wie an der Universität in Regensburg (1971), deren Ruf auf einen Lehrstuhl er ablehnte wie auch nach langer Überlegung und Erprobung die Berufung an das Kennedy-Institut in Washington (1976). Die Universität Lund/Schweden ehrte ihn 1984 mit der Ehrendoktorwürde. Seit 1986 war er Mitglied der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, ebenso der internationalen Societas Ethica und der Ethikkommission der Universität Münster.

Aufgrund seiner zahlreichen Publikationen (u.a.: Die Begründung sittlicher Urteile; Gesetz und Freiheit; Der menschliche Mensch) gilt Bruno Schüller als einer der angesehensten Wissenschaftler, welcher der Moraltheologie wie auch philosophischen Ethik entscheidende Impulse gegeben hat. In seiner Münsteraner Zeit lebte Pater Schüller auf "Einzelposten". Frau Dr. Brita Püschel war ihm eine wertvolle Hilfe und umsichtige Begleiterin. Zu seinen Mitbrüdern im Haus Sentmaring hielt er einen guten und regen Kontakt. 1995 wurde er von schwerer Krankheit heimgesucht und verbrachte die letzten zwei Lebensjahre in einem Pflegeheim in Münster. Pater Schüller ist bestattet auf der Jesuitengrabstätte des Friedhofs Köln-Melaten.

R.i.p.