P. Franz-Joseph Schroll SJ
* 9. Mai 1914
25. Mai 1990

P. Franz-Joseph Schroll wurde in Köln geboren und lernte dort als Gymnasiast den Jesuitenorden kennen. Nach der Schulzeit trat er am 26. 4. 1933 in 's-Heerenberg in die Gesellschaft Jesu ein. Von 1936 bis 1939 studierte er Philosophie in Pullach bei München. Anschließend war er ein Jahr Sekretär des Rektors der Hochschule St. Georgen in Frankfurt. 1939 wurde er zum Militär eingezogen. Sein erster Einsatz als Sanitäter war in Frankreich. Anschließend wurde er zur Ostfront kommandiert, wo er den Rußlandfeldzug bis nach Kalinin mitmachte.

1941 wurde er, wie fast alle Jesuiten, aus der Wehrmacht als "nicht zu verwenden" entlassen. Nach zwei Jahren Theologie in St. Georgen wurde er am 20. 5. 1942 zum Priester geweiht. Seinen ersten pastoralen Dienst als Priester leistete er in Bliesheim bei Köln. Von 1945 bis 1948 vollendete er seine theologischen Studien in Pullach bei München. Nach dem Terziat wurde er für das Studium des Kirchenrechtes destiniert. In drei Jahren promovierte er in Rom, um sofort anschließend an der Hochschule in Frankfurt zu dozieren. Da für die Seminaristen dringend ein Regens gebraucht wurde, übernahm er zusätzlich auch diese Funktion.

1959 bestimmten ihn die Oberen zum Regens des Collegium Germanicum in Rom. Drei Jahre später kehrte er nach Frankfurt zurück und wurde Rektor der Hochschule St. Georgen. 1967 ernannte ihn P. Provinzial Ostermann zum Provinzökonom. Dieses Amt übte er fast 23 Jahre aus.

P. Schroll hat als Jesuit ein Leben aus dem Gehorsam geführt. Seine Neigung zur unmittelbaren Seelsorge am Menschen kommt darin zum Ausdruck, daß er seine Kaplanszeit als die schönsten Priesterjahre seines Lebens bezeichnete. Aufgrund seiner Fähigkeiten wurde er immer wieder in Führungsaufgaben hineingestellt, die er mit Klugheit und Weitblick wahrnahm. Daneben aber fand er auch noch Zeit, sich anderen pastoralen Diensten zu widmen. Die Gesellschaft Jesu verliert in P. Schroll einen verdienten Mitbruder, der bleibenden Dank verdient.

Über seinem Leben kann das Wort aus der Liturgie vom Fest des heiligen Josef, seines Namenspatrons, stehen: "Komm, du guter und getreuer Knecht, nimm teil am Festmahl deines Herrn."