P. Klaus Rong SJ

Wir sind gerufen zu ewigem Leben,
zu dem wir uns bekannt haben vor vielen Zeugen.
1 Tim 6,12

Der Verstorbene wurde am 24. November 1924 in Aachen geboren. Nach Abschluß der Realschule beabsichtigte er zunächst, Maschinenbau zu studieren. Da aber erreichte ihn der Einberufungsbescheid zur Wehrmacht. Dreieinhalb Jahre erlebte er die Schrecken des 2. Weltkrieges als Soldat der deutschen Luftwaffe. In diesen Jahren reifte in ihm der Wunsch, Priester und Jesuit zu werden.

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft trat er am 23. April 1948 in die Gesellschaft Jesu ein. Bereits Novize, holte er noch im gleichen Jahr am Aloisius-Kolleg in Bad Godesberg das Abitur nach. Es folgten die im Orden üblichen Studien von Philosophie und Theologie, unterbrochen durch drei Jahre Tätigkeit als Präfekt im Aloisius-Kolleg. Am 31. Juli 1959 wurde P. Rong zum Priester geweiht. Nach Abschluß seiner Studien ging er für ein Jahr in das Tertiat nach Münster. Am 15. August 1962 durfte er seine letzten Gelübde ablegen.

Seine erste Seelsorgestelle war Essen. Hier wirkte er von 1961-1963 als Kaplan in der Pfarrei St. Ignatius. Von dort beriefen ihn die Oberen als Minister an das Kolleg in Büren. Im Herbst 1965 begann er dann die Arbeit, die seine priesterliche Verkündigung wesentlich bestimmen sollte. Er wurde Religionslehrer an berufsbildenden Schulen in der Stadt Köln. Um sich für diesen Dienst noch besser zu qualifizieren, absolvierte er im Nebenstudium eine Ausbildung als Lehrer für Englisch. 1977 erhielt er nach bestandenem Staatsexamen sein Diplom. Wie sehr er in seiner Arbeit als Persönlichkeit geschätzt war, zeigt sich darin, daß er gleichzeitig Sprecher des Kollegiums und Vertrauenslehrer der Schüler war. Als Priester und Ordensmann überzeugte er vor allem durch seine natürliche und verständnisvolle Art; viele suchten ihn in persönlichen Lebensfragen als Ratgeber.

Während seiner Tätigkeit als Religionslehrer versah er zusätzlich den Dienst als Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Peter. Als Prediger war er von vielen geschätzt und schuf sich so seine Personalgemeinde. Am 20. Dezember 1982 ernannte ihn P. Provinzial zum Superior der Jesuiten an St. Peter. Nachdem P. Alois Schuh aus Altersgründen das Amt des Pfarrers aufgeben mußte, übernahm P. Rong auf Wunsch seiner Oberen diese Aufgabe zusätzlich zu seiner Berufsschularbeit. Niemand konnte ahnen, daß er seinem Vorgänger nur wenige Monate später, am 28. November 1984, in die Ewigkeit folgen würde.