P. Georg Rimke SJ
* 3. Oktober 1929 in Schwerte/Ruhr
20. Oktober 2008 in Dortmund

P. Georg Rimke wurde am 3.10.1929 in Schwerte/Ruhr geboren. Aufgewachsen ist er dann in Glogau, Niederschlesien. Dort besuchte er das Gymnasium und machte Abitur. Seine Mutter stammte aus Berlin. Sie ist wie seine vier Geschwister inzwischen verstorben, viele von ihnen erkrankten ebenso wie P. Rimke an Krebs. Auch sein Vater starb an Kehlkopfkrebs. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kam er nach Köln und studierte dort zwei Semester Medizin.

Am 4.10.1952 begann er das Noviziat in der Gesellschaft Jesu auf dem Jakobsberg bei Bingen. Seine Novizenmeister waren P. Otto Pies und P. Günter Soballa. Von 1954 bis 1957 studierte er Philosophie im Berchmanskolleg Pullach bei München. Danach war er von 1957 bis 1959 Erzieher und Lehrer im Jesuitenkolleg Feldkirch (Vorarlberg). Von 1959 bis 1963 studierte er an der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main die Theologie. Am 22.8.1962 wurde er in der St. Ludwigskirche zu Berlin durch Erzbischof Bengsch zum Priester geweiht.
Die dritte Probezeit, das Terziat, verbrachte er von 1963 bis 1964 im Haus Sentmaring zu Münster.

Seine erste priesterliche Aufgabe war dann eine zweijährige Kaplanszeit in der Jesuitenpfarrei St. Albertus zu Gießen. Von dort zog er für fünf Jahre nach Berlin um und war bis 1970 Seelsorger und Religionslehrer an der Jesuitenkirche St. Clemens. In dieser Zeit gab es im Berliner katholisch-kirchlichen Bereich viel Unruhe unter den Studierenden. Das machte ihm das Leben in Berlin schwer und so war er vom 20.04.1970 bis 31.12.1970 Studentenseelsorger in Clausthal-Zellerfeld im Harz. Auch diese Aufgabe wurde für ihn nicht einfach, er hatte manche Auseinandersetzung mit dem damaligen Bischof von Hildesheim.

Da fasste er den Entschluss, in seine ursprüngliche Heimat zurückzukehren und kam so nach Dortmund. Dort mietete er ein Zimmer in dem katholischen Studentenwohnheim in der Poppelsdorfer Str. 3-5. Hier lernte er Herrn Hermann Kortmann, den damaligen Heimleiter, kennen und schätzen. Denn Herr Kortmann, damals bereits 52 Jahre alt, war vor und nach dem Krieg in Dortmund aktiv in der katholischen Jugendarbeit. Bald wuchs aus dieser ersten Begegnung eine tiefe, bleibende Freundschaft mit Herrn Kortmann und dessen Frau Margret. Ab 1978 wohnte Georg Rimke dreißig Jahre lang ganz bescheiden, sogar ohne eine richtig ausgestattete Küche, in einem einfachen Appartment im Haus Sonnenstraße 112. Meistens besuchte er zum Essen die Kortmanns in deren Wohnung und nahm mit ihnen gemeinsam zubereitete Mahlzeiten ein.

Er übernahm von 1971 bis zu seiner Pensionierung im Sommer 1990 den Religionsunterricht in der Kaufmännischen Schule 3, dem heutigen Robert-Schuman-Berufskolleg, in der Sckellstraße und wurde als Lehrer Beamter im öffentlichen Dienst.

P. Rimke war ein ernster und tiefgläubiger Mensch, der sich vor allem seinen Aufgaben als Religionslehrer und als Priester sehr verpflichtet fühlte. Er half in Gemeinden aus und hielt regelmäßig an den Wochenenden, meistens abends, die Hl. Messe in der Propsteikirche oder der Kirche St. Liebfrauen.

Werktags übernahm er die Hl. Messe im Christinenstift. Seine Predigten bereitete er sorgfältig vor, und viele hörten ihm sehr gerne zu. Mit seinen Lehrerkollegen hielt er guten Kontakt, und nach seiner Pensionierung ging er häufig zu den Seniorentreffen der Gemeinden, wo er die älteren Menschen von Tisch zu Tisch ansprach. So lebte er ganz für den Dienst in der katholischen Kirche von Dortmund. Ab und zu besuchte er die Jesuiten in Köln, Stolzestraße, und vor allem in Haus Sentmaring zu Münster. Mit P. Otto Syré, P. Stefan Siegel und P. Ulrich Rabe hielt er guten Kontakt.

Seit Juni 2002 wurde er zunehmend schwächer, und nachdem bei ihm Morbus Waldenström erkannt worden war, mußte er verschiedene Behandlungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen. Im Jahr 2007 traten häufiger Gleichgewichtsstörungen auf. Ab März 2008 ging es ihm sehr schlecht. Zeitweilig haben ihn Herr und Frau Kortmann bereitwillig bei sich aufgenommen, weil der Arzt ihm riet, nicht mehr allein in seiner eigenen Wohnung zu bleiben. Von Juli 2007 bis zu seinem Tod verbrachte er die meiste Zeit in Krankenhäusern. Nach einer Blinddarmoperation im August konnte er nicht mehr aufstehen.

So erhielt er im September ein Zimmer im Christinenstift, von wo er aber mehrmals wegen fiebriger Infekte in das St. Johanneshospital, bzw. das St. Elisabethkrankenhaus in Kurl verlegt werden musste. Immer mehr wurde ihm bewusst, dass für ihn keine Hilfe mehr möglich war. So starb er ganz geschwächt am 20.10.2008 im St. Johanneshospital.

R.i.p.