P. Rudolf Pischel SJ
geboren am 8. November 1922 in Wiesenthal (Schlesien)
Ordenseintritt am 25. Juli 1945 in Rottmannshöhe
verstorben am 31. Oktober 2005 in Köln

"Der Herr ist mein Hirt,
nichts wird mir fehlen."
Ps. 23,1

Rudolf wurde am 8. November 1922 in Wiesenthal, Krs. Frankenstein (Mittelschlesien) geboren. Sein Vater Eugen stammte aus Gumbinnen/Ostpreußen und war Landwirtschaftsrat, die Mutter Maria, geb. Jung, aus Münsterberg in Schlesien. Rudolf hatte einen Bruder und vier Schwestern. Als der Vater nach Breslau versetzt wurde, besuchte Rudolf dort das humanistische Matthias-Gymnasium, das er 1940 mit dem Abitur abschloss. Hier lernte er die Jesuiten in der Gabitzstraße (IG) kennen und leitete unter P. Tanner selbst eine Jugendgruppe. Bevor Rudolf ins Feld zog, ließ er sich an der Breslauer Universität immatrikulieren. Seine ganze Soldatenzeit verbrachte er an der Ostfront, wurde verwundet und geriet gegen Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft. Am 25. Juli 1945 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Es folgten die Studienjahre: Philosophie 1947-50 in Pullach, Interstiz 1950-52 in Berlin als Präfekt am Canisius-Kolleg und Theologie 1952-56 in Innsbruck. Am 14. August 1955 wurde er in Berlin in der St. Canisiuskirche zum Priester geweiht und legte am 15. August 1962 in Marburg seine Letzten Gelübde ab.

P. Pischel war sein ganzen Leben hindurch den Menschen verbunden, die seiner Seelsorge anvertraut waren. In Berlin-Charlottenburg wirkte er nach seiner Priesterweihe vier Jahre in der St. Canisiusgemeinde als Kaplan. Es folgten ab 1961 drei weitere Kaplansjahre in der Jesuitenpfarrei in Marburg bis er sich ab 1964 von Marburg aus ganz der Jugendarbeit widmete. In den Bistümern Fulda, Limburg, Mainz und Trier war er Diözesanpräses für die Frauenjugend (Heliand). Das bedeutete ungezählte Excrzitienkurse, religiöse Wochenenden, Helferschulungen, Gruppenfahrten und geistliche Begleitung. In den Jahren 1976-82 war er Superior der Marburger Residenz, ab 1. März 1980 Pfarrer in Liebfrauen und von 1987 bis zur Auflösung der Niederlassung am 31. August 1992 erneut Superior. Ab September 1992 gehörte er zur Residenz St. Michael in Göttingen, von wo aus er bis Dezember 2001 als Altenseelsorger im Bistum Hildesheim tätig war. Im Dezember 2002 kam er ins Altenheim Friedrich-Spee-Haus nach Köln-Mülheim.

Seit den 80er Jahren litt P. Pischel an Diabetis. Im Dezember 1993 musste er sich einer Darmoperation unterziehen, im Juni 2000 wurde der große Zeh des rechten Fußes amputiert, im Juli 2002 der linke Unterschenkel und im März 2005 das linke Knie. Krankheit, Schmerzen und Leid trug er geduldig und blieb stets liebenswürdig und frohgestimmt. Möge Gott ihm nun die verheißene Freude in Fülle schenken.

R.i.p.

Nimm alles von uns,
was uns auf dem Weg zu dir aufhält,
damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen,
die Du uns verheißen hast.
Tagesgebet vom 31. Sonntag im Jahreskreis