P. Klaus Peter SJ
* 10. Oktober 1939 in Raudnitz, Kreis Frankenstein/Schlesien
8. Februar 2019 in Köln-Mülheim

Klaus Peter wurde als Jüngster von drei Geschwistern am 10.10.1939 in Raudnitz, Kreis Frankenstein/Schlesien geboren. Aufgrund der unterschiedlichen Einordnung des nationalsozialistischen Regimes trennte sich die Mutter 1944 von ihrem Ehemann. Tochter Christa und Klaus blieben bei der Mutter, der Bruder Hubert beim Vater. In den letzten Kriegswochen floh die Mutter mit den zwei Kindern nach Westen und fand in Enger bei Herford eine neue Bleibe. Für Klaus und die Restfamilie war diese Zeit existenzbedrohend. Einerseits musste die Versorgung des Täglichen gesichert werden, andererseits war die Ablehnung durch die Heimatbevölkerung deutlich spürbar. Der Kampf setzte sich für Klaus in der schulischen Ausbildung fort, weil nur durch gute Leistungen er vom Schulgeld befreit werden konnte. Letztendlich gewann er trotz seiner zurückhaltenden Art durch seine Leistungen Anerkennung. Nach dem Abitur begann Klaus in den Fächern Deutsch und Biologie das Studium in Münster allerdings für ein Semester. Er tat das in der Vorstellung, später als Lehrer an einer Ordensschule tätig zu sein, um den ins Wort gebrachten Glauben und das Staunen über das Leben weiter zu geben. Später wurde ihm klar, dass das Wirken für Menschen tiefer und umfassender sein sollte. Dies führte dazu, dass er am 26. September 1960 in das Noviziat der Jesuiten in Eringerfeld eintrat. Nach der ordensüblichen Ausbildung begann Klaus Peter nach der Priesterweihe 1969 als Kaplan in der Pfarrei St. Ignatius Frankfurt. In seiner nächsten Aufgabe unterstützte er als Assistent den Novizenmeister für knapp zwei Jahre.

Die folgenden fünfzehn Jahre als Priesterseelsorger in Hamburg sind für ihn zu einer erfüllenden Zeit geworden. Sein weites Verständnis von Seelsorge, sein geduldiges Zuhören, seine feinfühlende Art und das zurückhaltende Urteil waren die Stärken, mit denen er Menschen begleitet hat. Die eigenen Lebenserfahrungen in der Nachkriegszeit gaben ihm die Fähigkeit, Menschen in schwierigen Situationen Verständnis entgegen zu bringen und sie behutsam auf dem weiteren Weg zu begleiten.

Besonders hat sein persönliches Engagement in seinem Leben das Motto des Katholikentages in Berlin 1958 beeinflusst: "Unsere Sorge der Mensch - unser Heil der Herr".

Diese Stärken und Erfahrungen konnte P. Peter auch als Spiritual im Priesterseminar Neuzelle 1992/1993 einbringen. Es folgten weitere zehn Jahre als Priesterseelsorger in Erfurt. Weil sein geistlicher Dienst sehr geschätzt war, übernahm er als Vertretung die Aufgabe des geistlichen Begleiters am Germanicum/Ungaricum in Rom.

Im Herbst des Jahres 2004 wechselte P. Klaus Peter nach Leipzig, um dort weitere zwölf Jahre als Begleiter für Priester, Mitarbeiter im kirchlichen Dienst und Menschen auf ihrer Suche nach Gott tätig zu sein.

In all den Jahren seines Lebens mutete die Gesundheit ihm viele Belastungen zu. Er lernte Rücksicht auf sein geschwächtes Herz zu nehmen und in den letzten Jahren auch geduldig den Blutkrebs mit medizinischer Hilfe in Grenzen zu halten. Innerlich fühlte er sich als Gefährte in der Nähe des gekreuzigten Herrn. Aus dieser Nähe hat er Menschen auf ihrem Weg zum Lebenssinn und zum Glauben geholfen. Hierin brachte er seine Bereitschaft im Sinne des Ignatius ein, seine Kräfte zur größeren Ehre Gottes einzusetzen.

In der Zeit im Seniorenzentrum lernten wir ihn auch von einer anderen Seite kennen. Seine Freude an Blumen und überhaupt an der Natur vermittelte uns seine Wertschätzung der göttlichen Schöpfung. Er genoss regelmäßig Besuche in der Kölner Flora und dem benachbarten Zoo. Weitere Leidenschaften waren die Verbundenheit und die Freude an Schnitzarbeiten der Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. An seine Lebenszeit in Hamburg erinnerte ihn z.B. eine Hafenszene mit Modellbaudampfer und beladenen Lastkähnen. Vielleicht können diese kleinen Beispiele seine Äußerungen verdeutlichen:

"Ich bin mit meinem Leben versöhnt; ich danke dem Herrn für alles - dem Vater Ignatius und seinem, unserem Orden - und Euch meinen Mitbrüdern... Wenn mich der Herr einmal fragt, habe ich nur eine Antwort: Ich habe sehr geliebt - jeden Menschen, der sich an mich wandte - in der Hoffnung, dass er die Tür zu SEINER Liebe ein wenig öffnet."

Um seine chemotherapeutische Behandlung des Blutes fortsetzen zu können, musste er auf der kardiologischen Station des Krankenhauses Merheim mit einem Stent versehen werden. Er war danach guter Dinge, weil seine Entlassung vereinbart war. Überraschend stellten sich kurz vor der Heimfahrt erneut Herzrhythmusstörungen ein, die ihm das Ende bereiteten. Gegen 11.00 Uhr am Freitagvormittag, 8. Februar 2019, legte er sein Leben in die Hände Gottes zurück.

R.i.p.