P. Siegmund Pawlicki SJ
* 24. Juli 1952
† 12. April 2018

Siegmund Alois Pawlicki, am 24. Juli 1952 in Hamburg-Wansbek geboren, blieb bei allen Wechseln und Versetzungen in seinem Herzen Hanseat. Er stammte aus einer konfessionsverbindenden Familie - der Vater katholisch, die Mutter lutherisch - und wuchs mit zwei Schwestern, Brigitte und Sabine auf. Den Hauptanteil an der Erziehung trugen die Patentante / Pflegemutter sowie die oberschlesische Großmutter.

Nach der öffentlichen Grundschule in Hamburg-Tonndorf besuchte er die von Jesuiten geleitete Sankt-Ansgar-Schule (SAS), wo er im Dezember 1971 das Abitur machte. "Das Interesse am Orden gewann ich durch meine Angehörigkeit zum ND (Bund Neudeutschland) und durch die Arbeit, die die Patres unserer Schule leisten. Erst seit der 10. Klasse beschäftigte ich mich intensiv mit religiösen Dingen und fand, das Erziehungsideal, das ich mir in der Jugendarbeit vorgestellt habe, nur durch den Priesterberuf vollenden zu können." Jugendarbeit und Pfarrseelsorge deuteten sich schon früh an als Schwerpunkte seiner späteren Tätigkeit. Am 12. Sept. 1972 trat er in den Jesuitenorden ein. Nach dem zweijährigen Noviziat in Münster studierte er an der Hochschule für Philosophie in München und schloss mit dem Bakkalaureat in Philosophie ab. Von 1976 bis 1979 war er Internatserzieher und Religionslehrer am Aloisiuskolleg in Bonn. "Die Schüler merkten immer recht bald, dass sie ihm nichts vormachen konnten, dass sie andererseits bei ihm stets ein offenes Ohr und Herz fanden". Die anschließende Ausbildung in Sankt Georgen Frankfurt beendete er mit dem Diplom in katholischer Theologie. Zum Priester geweiht wurde er am 03. Juli 1982 in der Kirche des Aloisiuskollegs in Bonn.

Die Schule und der ND hatten ihn aufgeschlossen gemacht für soziale Verantwortung und für den "Einsatz für Glauben und Gerechtigkeit". Das in Frankfurt an der Universität begonnene Studium der Politologie musste er nach kurzer Zeit abbrechen, da der Orden einen Jugendseelsorger der KSJ (Kath. Studierende Jugend) in Hamburg und Religionslehrer an der SAS brauchte. So kam er im Sommer 1983 wieder in seine Heimatstadt. 1992 ging er ins Tertiat, den letzten Abschnitt der geistlichen Ausbildung im Orden. Vom Sommer 1993 bis Juli 2003 gehörte er zur Jesuitengemeinschaft in Göttingen, wo er als Schulseelsorger wirkte. Gleichzeitig nahm er Aufgaben eines Pastors der Gemeinde in Adelebsen wahr. Im Sommer 2003 berief man ihn erneut nach Hamburg, wo er als Oberer der Jesuiten und Pfarrer von St. Hedwig in Norderstedt arbeitete. Seit dem 1. Januar 2006 war er Pfarrer der St. Ansgar-Gemeinde (sog. Kleiner Michel) und katholischer Seemannspastor.

Am 03. Februar 2009 wurde er als Hausoberer der Trierer Jesuiten eingeführt. Zunächst arbeitete er in der Seelsorge in St. Helena, Euren und in St. Martinus, Zewen mit. Seit 2011 betreute er als Pfarrer die Pfarreiengemeinschaft Ehrang - Pfalzel - Biewer. Im Frühjahr 2016 erkrankte er schwer. Im "Blickpunkt" 04/2018, dem letzten, von ihm bei der Redaktion noch begleiteten Pfarrbrief, schrieb er:
"Gott lädt uns ein, an seinem Tisch das Brot des Lebens zu empfangen, In diesem Bild werden wir daran erinnert, dass Gott uns nicht allein lässt auf dem Weg des Lebens… Persönlich erfahre ich das gerade selbst. Denn der Krebs hat sich wieder bei mir gemeldet und setzt mich mehr und mehr außer Gefecht. Ich will es als Gabe und Aufgabe aus Gottes Hand annehmen, gestärkt durch seine heilige Speise und sein liebevolles Wort".

Er starb am 12. April auf der Palliativstation des Mutterhauses in Trier, begleitet und umsorgt von seinen engsten Mitarbeiterinnen und von seinen Mitpastoren.

Te Christus in pacem!