P. Josef Ortscheid SJ
geboren am 1. Juni 1922 in Obkas Krs. Zempelburg/Westpr.
Ordenseintritt am 30. Oktober 1948 in Pullach
verstorben am 15. September 2006 in Köln

"Wir rühmen uns des Kreuzes
unseres Herrn Jesus Christus."
Gal 6,14

Josef Ortscheid wurde am 1. Juni 1922 in Obkas Krs. Zempelburg/Westpr. geboren. Der Vater Paul, von Beruf Lehrer, war gebürtiger Danziger, die Mutter Stanislawa, geb. Trzos, stammte aus Groß Schliewitz/Westpr. Josef wuchs zusammen mit vier Schwestern und einem Bruder auf und besuchte das humanistische Gymnasium. Der Zweite Weltkrieg sah ihn als Soldat in Griechenland. Am 30. 10. 1948 trat er in Pullach ins Noviziat ein, studierte dort anschließend bis 1954 Philosophie und bis 1958 Theologie in St. Georgen/Frankfurt, wo er am 31.7.1957 zum Priester geweiht wurde. Das Tertiat in St. Andrä 1958/59 schloß die Ordens-Ausbildung ab.

Von Juli 1959 bis August 1966 war P. Ortscheid als Substitut der deutschen Assistenz an der Kurie in Rom tätig. Anschließend übernahm er bis Juni 1974 die Aufgabe des Sozius des Provinzials in Berlin. Vom 31. Juli 1974 bis zum März 1979 war er in Göttingen Superior und Klinikseelsorger und von 1979-1985 Rektor in Haus Sentmaring in Münster. Er wurde von allen Mitbrüdern hochgeschätzt und kümmerte sich vorbildlich sowohl um die einzelnen Mitbrüder als auch um die geistliche Atmosphäre des Hauses. Von 1985-1989 erwarb er sich als Spiritual im Canisiushaus in Köln das Vertrauen und die Wertschätzung der Mitbrüder. Ferner arbeitete er im Provinzialat mit und gab viele Einzelexerzitien und Exerzitienkurse. Von September 1989 bis September 1992 wirkte er als Sozius des Novizenmeisters in Münster und gab auch von hier aus weiterhin Exerzitien. Ab Oktober 1993 war er Hausgeistlicher im Mutterhaus der Missionsschwestern vom hl. Namen Mariens in Kloster Nette in Osnabrück und wurde darüberhinaus vielfach von Schwestern und Außenstehenden als geistlicher Begleiter angefragt. Am 3. September 2003 zieht er ins Caritas-Altenzentrum Köln-Mülheim und bleibt hier der geschätzte Mitbruder, Begleiter, Helfer (Messvertretungen).

P. Ortscheid gehörte zu den Scholastikern, die beim Unglück bei Herrsching/Ammersee am 19.6.1951 schwer verletzt wurden - 16 junge Mitbrüder starben bei diesem Unfall. Er hat zahlreiche Operationen durchstehen müssen und hatte seitdem häufig gesundheitliche Probleme, u.a. mehrere Herzinfarkte. Seine Krankheiten hat er immer geduldig angenommen. Durch seine freundliche, ruhige, bescheidene und verläßliche Art war er bei den Mitbrüdern beliebt und genoss hohes Ansehen und Vertrauen. Für jede Kommunität, in der er war, war er ein großer Gewinn - besonders durch seine geistliche Ausstrahlung. Trotz aller Schwierigkeiten in seinem Leben (Vertreibung aus seiner Heimat, Unglück von Herrsching, gesundheitliche Probleme) war er ein stets freundlicher und zufriedener Mensch und hatte die Gabe, andere zu erheitern.

R.i.p.