P. Franz Mattelé SJ
geboren am 3. Juni 1908 in Aachen
Ordenseintritt am 18. April 1928 in 's Heerenberg
verstorben am 7. März 2004 in Köln

"Ich bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn
im Land der Lebenden"
Ps 27

Als zweites von sechs Kindern wuchs Franz Mattelé in Aachen in einer gläubigen Familie auf. Der Vater führte eine Bäckerei und jeder in der Familie war in die tägliche Arbeit mit viel Frühdienst eingespannt. Weil die Eltern ihm den Besuch des Gymnasiums ermöglichten, verdiente sich Franz Geld durch Nachhilfestunden. Etwas Sport war die einzige Freizeit.

Franz Xaver, sein Namenspatron, und mehrere Jesuiten brachten ihn in Berührung mit der Gesellschaft Jesu und zum Eintritt in den Orden am 18. April 1928. Vier Tage vor Kriegsbeginn, am 27. August 1939 wurde er zum Priester geweiht. Ein Jahr Sanitätsdienst in Frankreich und Russland forderte der Krieg von ihm, in der übrigen Zeit arbeitete er als Kaplan in Frankfurt und Trier.

"Trier wurde mein Schicksal" schreibt er immer wieder. Im Herbst 1944 wurden alle jüngeren Priester in der Stadt aufgefordert, die evakuierten Frauen und Kinder nach Thüringen zu begleiten. 1945 kamen die Ostvertriebenen, Franz Mattelé blieb und arbeitete fünf Jahre in Not und Elend in zwanzig Ortschaften. 1950 fand er in der Jesuitenkommunität in Göttingen ein persönliches Zuhause, die Arbeit blieb dieselbe: Betreuung der Flüchtlinge in 18 Ortschaften.

Der Jesuit, der in die Exerzitienarbeit wollte, war nun endgültig Diasporapfarrer. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Essen übergab ihm der Bischof von Hildesheim im Jahre 1966 für zwölf Jahre die Pfarrei Emmerthal bei Hameln an der Weser. Der Mann des Glaubens, der Frömmigkeit, der Kontaktfreudigkeit, der apostolischen Sorge blieb voll in seinem Element. 1978, siebzig Jahre alt, kehrte er zu etwas ruhigerem Tun ins Bistum Trier zurück, war zunächst mit festen Aufgaben in mehreren Pfarreien bei Saarlouis betraut und übernahm dann für zwölf Jahre die Seelsorge in einem Altersheim in Daun, engagiert und unternehmungslustig wie eh und je.

Mit 90 Jahren folgte er dann dem Wort der Obern und ging in den vollen Ruhestand, zunächst in das Haus des Ordens in Münster, später nach Köln. Auch hier blieben ihm schwere Krankheiten bis kurz vor seinem Heimgang erspart.

R.i.p.