P. Valentin Martin SJ
* 13. August 1914
21. Juni 1994

Als P. Valentin Martin am 13. 8. 1914 in Oberhausen-Osterfeld geboren wurde, war sein Vater eine Woche zuvor als Soldat einberufen worden. Die Mutter lebte infolgedessen mit den fünf Kindern in großer Armut, so daß drei der Geschwister schon in frühen Jahren an den Folgen von Tuberkulose starben. "Diese schweren Schicksalsschläge, wie auch die Not der Wirtschaftskrise, haben meine Eltern nur in der Kraft des Glaubens bestanden. Ihnen verdanke ich meine religiöse Haltung und vor allem das große unerschütterliche Gottvertrauen", so schreibt P. Martin selbst im Rückblick auf sein Leben.

Trotz der großen Armut ließen seine Eltern Valentin studieren. 1933 machte er in Bottrop das Abitur. Im gleichen Jahr trat er am 26. 4. 1933 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach dem Noviziat in s'Heerenberg folgte das Studium der Philosophie in Pullach bei München. Unmittelbar danach schickten ihn die Oberen in die Theologie nach Valkenburg, wo er am 26. 10. 1940 zum Priester geweiht wurde. Kaum hatte er das theologische Abschlußexamen absolviert, erfolgte die Einberufung zum Militär als Sanitäter.

Den ganzen Zweiten Weltkrieg hat er als Soldat an der Front erlebt und wurde erst Mitte Juli 1945 aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen.

Pater Provinzial Flosdorf ernannte den Heimgekehrten zum Sozius des Novizenmeisters und nach dem Umzug des Noviziates von Köln nach Münster - zusätzlich zum Minister. In der Not der harten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg unternahm er viele Bettelfahrten zu den umliegenden Bauernhöfen, um für die jungen Mitbrüder das zum Leben Notwendige zu erbetteln.

Nach dem Tertiat wurde er 1947 Lehrerseelsorger. Diese Aufgabe nahm er von Essen, später von Dortmund aus wahr.

Im Jahre 1950 begann eine 32 Jahre lange Zeit als Superior in verschiedenen Häusern. Er selbst hielt sich nach eigenen Aussagen für solche Führungsaufgaben als ungeeignet. Die Mitbrüder wie auch die Oberen jedoch haben ihn stets wegen seiner klugen, mitbrüderlichen und geistlichen Amtsführung sehr geschätzt.

Mit dem Wechsel im Amt des Superiors war auch immer ein Ortswechsel verbunden.

Entsprechend wechselten auch seine pastoralen Tätigkeiten. In Hannover war er Jugendseelsorger, in Göttingen Pfarrer, in Koblenz neben der Beichtseelsorge Präses der Männer-MC, in Frankfurt wieder Pfarrer und in Köln Altenseelsorger und erneut Präses einer Marianischen Kongregation.

P. Martin war einfühlsam als Priester, beispielhaft als Jesuit und treu als Freund. Seinen Humor behielt er trotz Krankheit und zunehmender Altersbeschwerden. Oft hat er liebgewordene Arbeiten und nahe Freunde wieder verlassen müssen, weil ihn die Oberen zu neuen Aufgaben beriefen, immer blieb er zufrieden, weil er darin den Willen Gottes sah. So gab er schließlich aus freier Entscheidung auch seine letzten seelsorgerischen Verpflichtungen ab, weil seine Kräfte am Ende waren.

Am 21. Juni 1994 folgte er dem letzten Ruf unseres Herrn in die Ewigkeit. Auch dieser Ruf traf ihn nicht unvorbereitet. Das Gottvertrauen, von dem er in seinem Lebensrückblick spricht , begleitete ihn bis in die letzte Stunde seines Lebens.

R.i.P.