P. Georg Alfred Lutterbeck SJ

Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn!
Röm. 14,8

P. Georg Alfred Lutterbeck SJ wurde am 22. Februar 1902 in Münster/W. geboren. Am 18. Mai 1922 trat er in 's-Heerenberg in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Unter seinen Mitnovizen waren P. Ogihara, der spätere langjährige Apostolische Administrator der Diözese Hiroshima, und P.Takemiya, denen er wohl das erste Interesse an der japanischen Mission verdankte.

Nach den philosophischen Studien in Valkenburg (1924-1927) kam Frater Lutterbeck für vier Jahre an die Redaktion der "Kath. Missionen" nach Bonn. Hier konnte sich seine schriftstellerische Begabung erstmals im Dienst der Mission entfalten, und hier fand er auch das Material für seine späteren Erzählungen "Gold am Sambesi", "Jagd über die Inseln", "Die beiden Munshis", "Die Märtyrer von Uganda".

1931 begann er in Valkenburg das Studium der Theologie. Am 27. August 1933 empfing er dort aus der Hand des Bischofs von Hiroshima, Joh. Roß SJ, die hl. Priesterweihe. Nach Abschluß der Studien und des Tertiats in Münster (1935/36) kehrte er an die "Katholischen Missionen" nach Bonn zurück.

In zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträgen, Predigten und Exerzitienkursen suchte er anderen seinen Missionseifer mitzuteilen. Als er 1938 von der Gestapo Redeverbot erhielt, mußte er Deutschland verlassen und kam zunächst für ein Jahr nach Rom als Sprecher am Radio Vatikan. Von Rom führte sein Fluchtweg über England, Holland und Portugal weiter nach Brasilien. Dort fand er als Lehrer am Kolleg in Florianopolis und als Präses der Marianischen Kongregation für die nächsten 10 Jahre eine neue Heimat.

Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er 1951 zum Missionsprokurator der Niederdeutschen Provinz für die japanische Mission ernannt. Mit rastloser Energie widmete er sich dieser neuen Aufgabe. Für die deutschen Missionare im Bistum Hiroshima, unter denen er viele Freunde aus der gemeinsamen Studienzeit in Valkenburg hatte, hörte er nicht auf, zu betteln und Wohltäter zu suchen. Die Weltfriedenskirche in Hiroshima verdankt ihr Geläute und ihre Inneneinrichtung nicht zuletzt seiner unermüdlichen Initiative. Zu ihrer Einweihung konnte er 1954 selbst nach Japan reisen und Land und Leute dieses Missionsgebietes persönlich kennen lernen. Auch das Priesterseminar und die Universität in Tokyo, die Musikhochschule in Hiroshima und die Gedenkstätte der 26 japanischen Märtyrer in Nagasaki durften immer mit seiner tatkräftigen Hilfe rechnen. - In Dankbarkeit wird man seiner dort eingedenk bleiben.

Neben der Sorge für Japan vergaß er aber nicht die Not in Brasilien, Südrhodesien, Indien und Macao. Die gemeinsam mit P. Leppich SJ gestartete Aktion "Medizinische Luftbrücke" und Kleidersammlung brachte vielen Kranken und Bedürftigen in aller Welt Heilung und Hilfe.

An sich selbst dachte er jedoch zu wenig. Die umfangreiche Büroarbeit, Korrespondenz, Reisen, Predigt- und Vortragstätigkeit hatten seine Kräfte aufgezehrt. Mehrfach mußte er in den letzten drei Jahren für längere Zeit ins Krankenhaus. Als ihn Ende Januar 1966 eine schwere Gelbsucht niederwarf, zeichnete sich bald das Ende ab. Mit bewundernswerter Geduld ertrug er die Leiden und Schwächen der Krankheit. Bis zuletzt geistig frisch und aktiv, versuchte er noch in den letzten Tagen, seine Amtsgeschäfte vom Krankenzimmer aus weiterzuführen und selbst allen Freunden und Wohltätern der Mission zu schreiben. In den Morgenstunden des Sonntags Laetare, am 20. März 1966, gab er seine Seele in die Hände des Schöpfers zurück. Sein letzter Trost war die Erlaubnis, bis zum Tag vor seiner Operation im Krankenzimmer das hl. Opfer feiern zu dürfen. Möge der Herr seinem treuen Diener den verdienten Lohn und die ewige Ruhe schenken.