P. Karl Liesner SJ
* 20. Mai 1931
26. August 2018

Karl Ludger Liesner kam am 20. Mai 1931 in Borken (Westfalen) als ältestes Kind des Telegraphenassistenten Karl Liesner und seiner Frau Alwine geb. Volmer zur Welt. Er wuchs mit vier Brüdern und einer Schwester auf. Die Eltern waren "weniger durch Reflexion als durch Gebet und Beispiel" wegweisend. Ihn prägte "die Erfahrung vieler Geschwister".
1947 wurde ihm als Berufung klar: "Weil es Gott gibt, musst du ganz für ihn da sein".

Nach dem Abitur am Städt. Gymnasium Bottrop im März 1952 trat er in die Niederdeutsche Provinz der Jesuiten ein und durchlief den damals üblichen Ausbildungsweg: Noviziat in Eringerfeld 1952/54, Juniorat (= klassische Allgemeinbildung) in Feldkirch/Tisis 1954/55, Philosophie in Pullach 1955/58, Praktikum am Jesuitenkolleg in Büren (Westf) 1958/60, Theologie in Sankt Georgen, Frankfurt 1960/64, Tertiat in Münster 1964/65. Am 27. August 1963 wurde er vom Limburger Bischof Wilhelm Kempf im Frankfurter Dom zum Priester geweiht.

Pater Liesner war nach Abschluß der Ausbildung viele Jahre in der Jugendarbeit sowie im schulischen und außerschulischen Religionsunterricht tätig, zunächst in Essen, ab 1976 in Lübeck und Schleswig-Holstein, dann in Hamburg.

Seit 1975 fand er über den Paderborner Theologieprofessor Heribert Mühlen Zugang zur charismatischen Erneuerung. Diese Begegnung ließ ihn auch Ignatius von Loyola und das Priestertum tiefer entdecken und führte ihn dazu, sich verstärkt in der Begleitung von Gebetsgruppen und in der charismatischen Gemeindeerneuerung zu engagieren. 1988 wurde er zum Nationalpromotor des Gebetsapostolates ernannt. Diese Aufgabe nahm er bis Ende 2001 wahr. Ab 2002 arbeitete er als Altenseelsorger in Göttingen. Am 1. Oktober 2010 kam er nach Trier, um in der Gesprächs- und Beichtseelsorge mitzuarbeiten.

Im Dezember 2012 und erneut im Sommer 2016 wurden Gaumenkrebs-Behandlungen unumgänglich. Seit einem Schlaganfall im Juli 2017 lebte er im Seniorenzentrum der Barmherzigen Brüder in Trier. Die Krankheiten und den zunehmenden körperlichen Verfall trug er ohne Klagen mit ruhiger Gelassenheit.

Am Sonntag, dem 26. August, verstarb er, wohl an einer Hirnblutung, im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.

Te Christus in pacem!