P. Heinz Ley SJ
* 14. Dezember 1926 in Köln
12. Juni 2011 in Köln

Am 14. Dezember 1926 wurde Heinz Ley als Sohn des Lokführers Heinrich Ley und seiner Ehefrau Anna geb. Krieche] in Köln-Humboldt geboren. Ab Ostern 1933 besuchte er dort die Volksschule Usingerstraße und ab 1938 die damalige Oberschule für Jungen Köln-Deutz. Im Juni 1943 wurde er, nachdem die Familie kurz zuvor ausgebombt und nach Ahrweiler gezogen war, als Luftwaffenhelfer in Köln, im März 1944 zum Arbeitsdienst in Wierthe bei Braunschweig und im Juni desselben Jahres zur Heeresflak nach Hamm/W. eingezogen. Als Infanterist war er seit Herbst 1944 an der Westfront eingesetzt. Am 29. April 1945 geriet er in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er endgültig im Juni des Jahres entkommen konnte. Bis Oktober 1945 arbeitete er in Demau/Ahr in der Landwirtschaft, besuchte dann den Sonderlehrgang des Humanistischen Gymnasiums KölnDeutz und legte am 11. März 1947 die Reifeprüfung ab.

Anschließend arbeitete er wieder in der Landwirtschaft in Altenahr, da das Studium von Mathematik und Physik, das er damals anstrebte, wegen der Zeitverhältnisse sich zunächst nicht verwirklichen ließ.

Am 16. September 1947 begann er das zweijährige Noviziat der Jesuiten in Eringerfeld, war dann von 1949 bis 1953 zum Juniorat und den philosophischen Studien im Berchmanskolleg zu Pullach bei München. Von 19531955 war er je ein Jahr in den Internaten des Aloisiuskollegs, Bad Godesberg, und des Immakulatakollegs, Büren/W., als Erzieher tätig. Vom Herbst 1956 bis 1959 studierte er Theologie an der Phil.-theol. Hochschule St. Georgen in Frankfurt a.M. Am 31.7.1958 wurde er in Frankfurt vom Nuntius Erzbischof Joseph Muench zum Priester geweiht. Dann war er von 1959 bis 1960 zum Tertiat in Dublin, Irland, das vor allem mit praktischer Seelsorgetätigkeit verbunden war.

Im WS 1960/61 begann er an der Universität Bonn das Studium von Geschichte und Englisch. Die Sommer Semesterferien der folgenden Jahre verbrachte er regelmäßig mit Seelsorgeaushilfen in England. Am 31. August und 4. November 1965 legte er das erste Staatsexamen für den Unterricht an Gymnasien in Geschichte und Religion ab. Die Erweiterungsprüfung in Englisch machte er am 11. Juli 1966 als Beifachprüfung, sodass ihm auf Grund des Ergebnisses die Lehrbefähigung in Englisch als Hauptfach zuerkannt wurde. Die zweite philologische Staatsprüfung für den Unterricht an Höheren Schulen legte er in Bonn am 26. Juni 1967 ab.

Von 1967 bis 1983 unterrichtete er als Studienrat sehr anfordernd und weiterführend am Aloisiuskolleg in Bonn die Fächer Geschichte, Englisch und Sozialwissenschaften. Thomas de Maiziere, der 1972 am Aloisiuskolleg Abitur gemacht hat, sagte vor einiger Zeit einmal: "Sehr wichtig war für mich die so genannte "Politische Arbeitsgemeinschaft", die von P. Heinz Ley geleitet wurde. Dort sind unsere ungestümen politischen Gedanken dann etwas wissenschaftlich und theoretisch eingeordnet worden." Für einige Schüler hatte der zusätzliche Russisch-Unterricht von P. Ley eine besondere Wirkung. So hat er mit einer kleinen Schülergruppe in einem Kleinbus 1976 und 1981 nach einer Fährenfahrt von Finnland aus dreiwöchige Reisen durch die Sowjetunion gemacht und so Leningrad, Moskau, Kiew und bei der Rückreise Krakau und Prag besucht.

Bereits in den Studienjahren hatte er bestimmte Krankheiten, die ihn schließlich dazu brachten, die Lehrtätigkeit am Aloisiuskolleg 1983 aufzugeben. 1984 war er in den USA und machte pastorale Studien in der Loyola University von Chicago. Danach war er bis 1994 vor allem seelsorglich als Beichtvater in der Jesuitenkirche zu Koblenz tätig.

Vom Januar 1994 bis zum April 2006 war er dann begabter Hausgeistlicher bei den Schönstätter Marienschwestern in der Bildungsstätte und dem Schönstattzentrum Haus Maria Rast zu Euskirchen. Von Koblenz und von Euskirchen besuchte er wöchentlich die Lehrerkollegen ins Aloisiuskolleg beim abendlichen Basketball. Auch mit seinen ehemaligen Klassenkameraden aus Köln-Deutz, sowie mit seinen ehemaligen Schülern vom Aloisiuskolleg traf er sich immer wieder. Weil es ihm gesundheitlich immer schlechter ging, zog er im April 2006 in die Seniorenwohngemeinschaft Friedrich-Spee-Haus der Jesuiten zu Köln-Mülheim um. Besonders eindrucksvoll war für alle, als er im Jahr 2008 sein 50 jähriges Priesterjubiläum feierte. Er besuchte Berlin und das Bundeskanzleramt und feierte am 9. August 2008 die Hl. Messe und ein festliches Abendessen mit seinen Verwandten, Schülern und Lehrerkollegen im Aloisiuskolleg.

Danach ging es P. Ley von Jahr zu Jahr schlechter. P. Ernst Förster half ihm täglich. Schließlich blieb er vom Februar 2009 an immer im Rollstuhl und wurde von der ambulanten Pflege betreut. Seit Oktober 2010 musste er in die stationäre Pflege umziehen. Wenn wir ihn im Krankenhaus besuchten, wo er in diesem Jahr vor seinem Tod mehrfach gewesen ist, und ihn fragten, ob er einen Wunsch habe, dann antwortete er wie in den letzten Jahren: "Ich wünsche mir die ewige Seligkeit." Er starb in der Frühe des Pfingstsonntags. Gott sandte ihm den Heiligen Geist, so dass er jetzt mit Christus aufersteht und er neu erschaffen wird.

R.i.p.