P. Otto Lambers SJ
* 27. Dezember 1924 in Bawinkel/Emsland
20. Januar 2019 in Köln-Mülheim

Otto Lambers wurde am 27.12.1924 als erstes von sechs Kindern der Eheleute und Bauernhofbesitzer Heinrich Lambers und Maria, geborene Többen, in Bawinkel, Kreis Lingen/Ems, geboren.
Weil er keinerlei Interesse für die Landwirtschaft zeigte, durfte der zwölfjährige Otto auf Wunsch der Eltern das Gymnasium in Lingen und später in Meppen besuchen. Vorzeitig, aber mit dem Reifevermerk, verließ er die Schule, weil er 1943 zur Luftwaffe eingezogen wurde. Die waffentechnische Ausbildung kam seinem damaligen Berufswunsch zum Ingenieur entgegen.
In der Kriegsgefangenschaft in Rheinberg im Sommer 1945 reifte in ihm der Entschluss, dass es wichtiger ist, mitzuhelfen, dass die Menschen ihr Leben stärker auf geistige Werte aufbauen sollten. Nach ca. einem Jahr Mithilfe im elterlichen Betrieb trat er im April 1947 in Eringerfeld in die Gesellschaft Jesu ein. Im Laufe seines Lebens äußerte er, dass er diesen Entschluss niemals bedauert habe. Sein großes Vertrauen vermittelte ihm die Sicherheit, in jeder Veränderung von Gott geführt zu sein.
Nach den ordensüblichen Studien und Ausbildungen wurde er im Juli 1956 in Frankfurt zum Priester geweiht. Eigentlich sollte er die Arbeit in der Erwachsenenseelsorge in Hannover beginnen. Aber auf Bitten des Rektors P. Stein vom Aloisiuskolleg in Bad Godesberg wurde er als "Aushilfserzieher" für Schüler des Internates und Gymnasiums benötigt. Diese Übergangszeit führte schließlich zu einer 25-jährigen segensreichen Arbeit als Jugendseelsorger für die Internatsschüler und als Erzieher für die Tagesschüler in der Hausaufgabenbetreuung. Otto Lambers war selbstverständlich für die Schüler zu einer Vertrauensperson geworden. Dies und der gute Kontakt auch zu den Eltern ermöglichte es ihm, bei Schul- und Zeugniskonferenzen ein geschätzter Ratgeber zu sein.
Sein geduldiges, sensibles Einfühlungsvermögen führte er auf drei Begabungen zurück: Hilfen für gefährdete Personen geben zu können, Mitgefühl für Frauen in Konfliktsituationen entfalten zu können und Begleiter für Menschen sein zu können, die durch Skrupel bedrängt werden.
So gelang es ihm immer wieder. Ratsuchenden zu helfen, einen Sinn in ihrem Leben wieder zu entdecken. Darüber war P. Lambers froh und dankbar und fühlte sich durch die Begegnungen und Gespräche reich beschenkt.
In den anschließenden Aufgaben an anderen Orten, in Koblenz und Saarlouis, als Beicht- und Krankenhausseelsorger, konnte er diese Stärken weiter einsetzen.
Seine Gesundheit, besonders die heftig bewegten Beine (RLS), schränkte ihn immer mehr in seinem Wirken ein. Darüber hat er sich nie beklagt, vielmehr geduldig die Einschränkungen mitgetragen. So siedelte er im Januar 2003 in die Seniorenkommunität "Friedrich-Spee" nach Köln-Mülheim um.
Seine Geduld und Sachlichkeit hat den Mitbrüdern imponiert und ihn selbst zu einer abgeklärten Ausgeglichenheit geführt. Bis in die letzten Tage zeigte er sich geistig aufgeschlossen, indem er sich durch Radiovorträge und Hörbücher weiterbildete.

R.i.p.