P. Alois Koch SJ
* 27. Dezember 1932 in Longuich-Kirsch
2. Februar 2009 in Köln

Alois Koch wurde als drittes Kind der Eheleute Peter Koch und seiner Frau Maria Luzia, geb. Thesen, am 27. Dezember 1932 geboren. Er wuchs auf mit seinen beiden älteren Brüdern Walter und Josef in dem kleinen Dorf Kirsch der Gemeinde Longuich bei Trier. Sein Vater war ein begabter Winzer, der neben einigen eigenen Feldern und Weinbergen das Pfarrgut verwaltete. So wurde Alois in einer herrlichen Natur der Mosellandschaft groß. Vom Herbst 1944 an besuchte er das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. Es muss Anfang Juli 1945 gewesen sein, als er zum ersten Mal Pater Paul Peus ("Pe") dem Präses der MJC begegnete. Von da an dachte er daran, Jesuit zu werden. Alois war dann Mitglied in der MJC von Trier und ein aktiver Sportler in der Leichtathletik.

Am 7. September 1953 begann er das Noviziat der Jesuiten in Eringerfeld. Nach dem damals üblichen Studienverlauf war er 1955 im Juniorat zu Tisis (Vorarlberg) und lernte dort für sein Leben die Berge lieben. Von 1956 bis 1959 war er zum Philosophiestudium in Pullach bei München. Von 1959 bis 1961 wirkte er als Präfekt im Aloisiuskolleg zu Bonn-Bad Godesberg. Dann folgte von 1961 bis 1965 das Theologiestudium in Sankt Georgen, Frankfurt am Main. Dort wurde er am 28. August 1964 zum Priester geweiht. Er beendete die Studienjahre mit dem Tertiat zu Münster. 1966 holte ihn P. Schadt als Lehrer und Internatsleiter in das Bürener Jesuitenkolleg. Danach war er von 1968 bis 1970 Religionslehrer an der Sankt-Ansgar-Schule zu Hamburg.

Von 1970 bis 1986 war er 16 Jahre in Bremen. Dort erfüllte ihn die Arbeit als außerschulischer Religionslehrer für die Bremer Gymnasiasten und als Jugendseelsorger mit eben so viel Freude, wie die Kommunität im Haus am Schwachhauser Ring. Während dieser Jahre lernte er eine Reihe von Familien kennen, mit denen er bis zuletzt guten Kontakt hielt. Von 1972 an verbrachte er häufig bei einer Familie die Sommerferien in St. Leonhard (Pedraces) nahe bei Brixen. Seine Naturverbundenheit, seine Freude an der Blumenpracht und die Luft der Berge, das war für ihn im Kreis der Freunde und Gruppenmitglieder immer eine tiefe Erholung und Freude.

In die Bremer Zeit fällt auch 1977 seine Promotion in Innsbruck über das Thema "Reduktion des Humanum? Zur ethisch-moralischen Wertung des Hochleistungssports." Bereits in den Studienjahren hatte sich Alois Koch mit den sport-ethischen Themen befasst. Über 40 Aufsätze und Bücher hat er bis zuletzt zu diesen Fragen veröffentlicht. 1986 siedelte Alois von Bremen nach Köln um und übernahm dort das Amt des Missionsprokurators der Deutschen Japanmission. Dies war für ihn ein Schritt in absolutes Neuland. Im Laufe der Jahre hat er in seinen Rundbriefen, in Artikeln und Predigten auf den wahren Sinn von Mission hingewiesen. Dreimal konnte er nach Japan reisen und viele Eindrücke mitbringen, über die er gerne erzählte und vieles niederschrieb.

1990 begann für ihn eine fast zwanzig Jahre währende Zeit schwerer Erkrankungen. Ein befreundeter Arzt in Bremen stellte eine koronare Herzkrankheit fest, welche mehrere Behandlungen in der Kölner Universitätsklinik erforderten. 1997 gab er das Amt des Missionsprokurators in Köln ab und zog nach Hannover. Dort entwickelte er eine neue missionarische Tätigkeit. Er übernahm die Priesterseelsorge durch Rekollektionen und übte eine intensive Konvertitenseelsorge aus.

Im Jahr 2001 überraschte ihn vor Ostern, als er schon - wie jedes Jahr - zur Karliturgie in die Abtei Varensell bei Gütersloh fahren wollte, eine schwere Krebserkrankung: Ein Karzinom an der Prostata, die Blase und der Enddarm mussten entfernt werden. Der bleibende künstliche Darmausgang erinnerte ihn jeden Tag an diesen "Wendepunkt" in seinem Leben.

2004 beendete er seine Arbeit in Hannover und zog in das ihm gut bekannte Ignatiushaus zu Trier. Da er nur wenige Stunden in der Woche im Beichtstuhl Dienst tat, hatte er viel Zeit zum Studieren und zum Schreiben. Fast jeden Vormittag verbrachte er im Lesesaal der Theologischen Fakultät und befasste sich mit der antiken Agonistik und Athletik in den frühchristlichen Schriften der Kirchenväter. Zugleich traf er sich öfter mit seinen Brüdern Walter Koch und Pastor Josef Koch, der zu dieser Zeit Pfarrer in Schweich war.

2006 zog er auf eigenen Wunsch in das Jesuiten-Altersheim von Köln-Mülheim, weil er dort keine Treppen mehr steigen musste und besser betreut werden konnte. Ab Januar 2008 musste er dreimal in der Woche für jeweils fünf Stunden eine Dialysepraxis aufsuchen.

In Trier waren zwei Aneurismen an der Aorta entdeckt worden, die schwer operabel waren und die schließlich am 2.2.2009 zu seinem plötzlichen Tod führten. Alois war auf dieses Lebensende sehr gut und sehr ruhig vorbereitet, durch seinen Glauben an die Auferstehung und auch durch seinen Sinn fürs Praktische: Alle seine Werke, Texte, Fotoalben und persönlichen Dinge hatte er ganz exakt geordnet.

Viele Freunde und Mitbrüder werden den guten Kontakt mit ihm sehr vermissen.

R.i.p.