2

Seine Schwägerin Lidwina, die Frau seines Bruders Hermann, lebt noch bei der Familie ihrer Tochter Monika in Koblenz. Mit seiner Familie hatte er immer einen guten Kontakt. Sein Bruder Henry C. Kilian lebt schon lange in Chicago. Mit ihm war Bernhard immer in guter Verbindung und hat ihn sowohl in den USA wie in Deutschland öfter getroffen.
Von 1942 bis 1947 besuchte er die Hebbelschule in Wiesbaden und von 1947 bis 1957 das Diltheygymnasium. Dort hatte er viele Freunde. So auch viel Freude in der Jugendarbeit der Pfarrei - eine Zeit voll von Fröhlichkeit, Erfahrungen und guten Stunden. 1957 macht er Abitur und begann am 29.4.1957 das Noviziat in Eringerfeld.
Seine Ausbildung dauerte von 1957-1968. Darin waren nicht nur die Studienjahre in München und Frankfurt, sondern auch eine Zeit als Internatspräfekt in Godesberg, in der er seine praktischen Seiten ein- und ausüben konnte. Als Höhepunkt und zentrales Ziel empfing er im zehnten Jahr 1967 die Priesterweihe. Von 1968 bis 1970 machte er eine berufsbegleitende Zusatzausbildung mit Diplom beim Evangelischen Zentralinstitut für Familien-, Ehe- und Lebensberatung in Berlin. Wie er selber sagte, erlebte er ab 1970 eine reich beschenkte Zeit beim Hineinwachsen in den gewünschten Beruf der Jugendarbeit - im "Haus der Begegnung" am Gärtnerweg in Frankfurt. Dort war er für die Primanerakademie und die Katholische Studierende Jugend in Frankfurt und im Bistum Limburg zuständig mit wenig "Frei"-Zeit, aber vielen guten, gefüllten Zeiten und Begegnungen.

3

Und dann leitete er ab 1978 in den nächsten 10 Jahren als Rektor das "Haus der Volksarbeit" in Frankfurt und die Telefonseelsorge. Es gab damals ungezählte Gespräche mit einsamen Menschen Tag und Nacht, für die die Zeit bedrohlich wird, weil sie zu schnell davonläuft, ohne dass sie ihr etwas abgewinnen können - oder denen die Zeit überhaupt nicht weiterzugehen scheint. Gleichzeitig war er für das katholische Beratungswesen in Frankfurt zuständig. Wieder eine gefüllte Zeit - jeder Tag und jede Begegnung eine neue Anforderung und zugleich Erfüllung.
Im Herbst 1989 kam er dann nach Sankt Georgen, war P. Minister und Verwaltungsleiter. Vier Jahre lang sorgte er dafür, dass andere ( die Professoren und Studenten ) in Ruhe arbeiten konnten - viel Organisation, Verwaltung und Bauhintergrundarbeit mit ganz eigener Beanspruchung und Belastung. Und dann erlitt er 1993 den Schlaganfall - der vieles in seinem Leben änderte, ihn vor allem "ruhigstellte", ihm auf einmal unglaublich viel freie Zeit brachte, aber auch vieles, bis in kleinste Alltäglichkeiten, verlangsamte und ihn lehrte, anders mit der Zeit umzugehen.
Er hatte eine rechtseitige Lähmung am Arm, seiner rechten Hand und dem rechten Bein.
Nach Rehabilitationen in Bad Orb war das Gehen ein wenig besser geworden und der Arm ließ sich besser bewegen, das rechte Handgelenk und die Finger blieben weiterhin stark von der Lähmung betroffen. Dann durfte er ab 1995 in einer Spezialfahrschule Autofahrstunden nehmen und bekam von den Jesuiten ein entsprechendes Auto, das behinderungsgemäß zugerüstet war. Ab Mai 1995 konnte er sich damit wieder selbständiger bewegen.

4

Natürlich musste er in seinen letzten 20 Jahren immer wieder Krankengymnastik und Ergotherapie machen und somit seine Gesundheit pflegen.
Das war notwendig, aber wäre wohl nicht so ganz befriedigend gewesen, wenn er nicht wieder hätte seelsorgerlich tätig werden können. So hat er in geistlicher Begleitung eine Reihe von Menschen betreut, sowohl in einer kleinen Gruppe der Seminaristen von Sankt Georgen und bei regelmäßigen Besuchen von Aids-Kranken im Eschenbachhaus in Frankfurt-Sachsenhausen. Dort hat er viele von ihnen nach dem Tod beerdigt. Sonntags hat er viele Gottesdienste in dem Nordwest-Krankenhaus zu Frankfurt und in dem städtischen Krankenhaus zu Offenbach halten können. So war er - trotz akuter Krankheitsphasen - ein angenehmer Seelsorger und Priester.
Im Frühjahr 2012 ist er mitten während des Mittagessens in der Kommunität ganz plötzlich bewusstlos vom Stuhl gefallen - gleich wieder wach gewesen - bei vollem Bewusstsein und voller Reaktionsfähigkeit. Aber wegen der unklaren Lage hat er erst einmal direkt das Autofahren aufgehört. Und so schien es besser, dass er im Oktober 2012 aus Sankt Georgen in die "Seniorenkommunität" in Köln umzog. Bald fühlte er sich recht wohl, gut akzeptiert und angenommen.
Am 29. Oktober 2013 hat er eine kleine Operation im Krankenhaus-Holweide morgens früh durchführen lassen. Aber dann hat er sich nachmittags heftig übergeben, wurde in die Intensivstation gebracht, wo er um 17 Uhr völlig unerwartet für Ärzte und Bekannte verstorben ist.
Pater Bernhard Kilian stand im 78. Lebensjahr, im 57. Jahr des Ordenslebens.

R.i.p.

Link zu seinen Predigten

 

1

Bernhard Kilian SJ

P. Bernhard Kilian S.J.
* 14. August 1936 in Wiesbaden
29. Oktober 2013 in Köln-Holweide

Bernhard Kilian wurde am 14. August 1936 in Wiesbaden geboren. Seine Mutter Lucie starb bereits 1958 und sein Vater Karl Matthias 1979. Auch drei seiner Geschwister Regina, Gerhard und Hermann sind bereits vor ihm verstorben.