P. Walter Katterbach SJ
* 27. Januar 1925
22. Mai 2018

Mit 93 Jahren ist der älteste Mitbruder aus unserer Wohngemeinschaft im Altenheim St. Josef in Köln-Mühlheim von uns gegangen. Am 27.01.1925 in Stolberg geboren, war Walter bis wenige Tage vor seinem Ableben in gewohnter Weise durch Besuche bei Freunden und Bekannten unterwegs. In seiner kommunikativen Art wusste er immer älteren Menschen seelsorgliche Impulse zu geben.

Er besuchte seiner Zeit das neusprachliche Gymnasium in Stolberg, konnte aber durch seinen Einsatz als Infanteriesoldat in den Jahren 1943/1944 den Abschluss (Abitur) erst nach Kriegsende erwerben. Im italienischen Montecassino erlitt Walter Katterbach einen Streifschuss am Kopf, so dass Lazarettaufenthalte in Siena und Florenz folgten. Bei Kriegsende war er in Kopenhagen interniert und wurde im August 1945 über Bremen nach Krefeld entlassen. Durch ein intensives Lehrangebot erwarb er in Krefeld zu Ende des Jahres 1945 das Abitur.

Wenige Tage danach trat er am 16.01.1946 in das Noviziat der Gesellschafft Jesu in Burg Eringerfeld ein. Die Ausbildung im Orden umfasste die üblichen Abschnitte der Studien der Philosophie und Theologie, die durch praktische Einsätze in der pädagogischen Betreuung von Internatsschülern unterbrochen wurde.

An die Priesterweihe in Frankfurt am Ignatiustag (31.07.) des Jahres 1957 schloss sich noch das übliche vierte Jahr der Studien in der Theologie an, das ihn durch Einsätze in der Seelsorge im Frankfurter Raum mit einer zukünftigen Tätigkeit vertraut machen sollte.

Die Arbeit mit jungen Menschen wurde ihm bald zur Herzensangelegenheit. So war Walter von 1959 bis 1993 als Jugendseelsorger im Paulushaus Bonn tätig. Er versuchte die Jugendlichen für die veränderte politische Lage zu sensibilisieren und sie für die Weiterentwicklung Europas zu gewinnen. Für seinen langjährigen Einsatz "auf kulturellem und jugendfürsorglichen Gebiet" zeichnete ihn Bundespräsident Gustav Heinemann mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Freizeit- und Bildungsveranstaltungen, Kontakte und internationale Partnerschaften gehörten wie selbstverständlich zur Jugendarbeit.

Dabei bekam Walter Kontakt zur Polizeibehörde, so dass er ab 1965 als nebenamtlicher Polizeipfarrer in Bonn an der Ausbildung und Seelsorge bei Polizisten mithalf. Ab dem Jahre 1970 übernahm er dann hauptberuflich die Aufgaben eines Polizeiseelsorgers für Bonn und das Bonner Umland. Dreißig Jahre konnte er gewissenhaft und überzeugend diese Arbeit wahrnehmen. Die vielen erfreulichen Rückmeldungen haben ihn mit Freude erfüllt.

Sein Interesse am Heiligen Land und seine regelmäßigen Reisen nach Israel haben ihn einerseits an den schwierigen politischen Verhältnissen dort leiden lassen, andererseits in seiner innerlichen Ausrichtung bestätigt, Schilderungen der Bibel nachzuspüren, aber auch konkret sich dem Leben Jesu und seinem Auftrag zu nähern. Davon hat er auch den Ordensschwestern, bei denen er für die Zeit des Aufenthalts wohnte, und seinen vielen Bekannten immer wieder berichtet.

Seine innere Disziplin, sein ausgeprägter Verantwortungssinn, die große Erfahrung in der Begleitung von Menschen, sein Interesse am Weltgeschehen, machten es ihm leicht, immer wieder Zugang zu den Menschen zu finden.

Es ist nicht verwunderlich, dass Walter die regelmäßigen Besuche und Treffen mit seinem Bruder Dieter, mit seinem Freund Walter Drummen in Krefeld und mit seinem Mitnovizen P. Franz-Anton Neyer, über Jahrzehnte Freude und Kraft geschenkt haben.

Als ihm die unerfreuliche Nachricht einer ernsthaften Krebserkrankung im April diesen Jahres mitgeteilt wurde, hat er uns das betroffen eröffnet, aber auch anschließend einfließen lassen, dass er dem Herrgott für die Jahrzehnte gesunden Lebens sehr dankbar sei. Am Pfingstsonntag kamen zum Nachlassen der Kräfte Atembeschwerden hinzu, so dass ein erstelltes EKG das bevorstehende Ende erwarten ließ. In der Nacht auf den folgenden Dienstag hat er sein Leben unserem Herrgott übergeben.

R.i.p.