P. Dr. Karlheinz Hoffmann SJ
* 31. Oktober 1927 in Hamborn
† 19. Januar 2012 in Köln

Karlheinz Hoffmann wurde am 31. Oktober 1927 in Hamborn, Kreis Duisburg, geboren. Mit seinem jüngeren Bruder und seiner jüngeren Schwester blieb er zeitlebens sehr verbunden. Die Lernbegierde, die sein Leben bis ins hohe Alter prägte, entwickelte sich von 1934 bis 1938 in der Volksschule bei einem sehr strengen, aber tüchtigen, sehr geschätzten Lehrer. 1938 wechselte Karlheinz zur Oberschule für Jungen in Hamborn.

Am 13. Mai 1943 legte ein nächtlicher Bombenangriff das gesamte Schulleben in Duisburg lahm. In dieser Zeit ohne Schule lernte er in Hamborn den Jesuitenpater Eduard Hörder kennen, der ihm zwei Monate Griechisch lehrte. Zu ihm entwickelte sich ein ungewöhnliches, langes Vertrauensverhältnis. Anfang 1944 wurde Karlheinz mit seiner Hamborner Klasse als Luftwaffenhelfer eingezogen. Gegen Ende des Krieges kam er nach einer abenteuerlichen Flucht von Bonn am 17. März 1945 zu Hause in Duisburg an, das 10 Tage später von den US-Truppen eingenommen wurde. So entging er mit Glück einer Gefangenschaft. Ab Juni 1945 arbeitete er in einem Bauernhof zu Everswinkel bei Warendorf, nahm dort an einem Sonderlehrgang in Warendorf teil und erhielt am 9. Juli 1947 das Zeugnis der Reife. Sofort verfolgte er ein schon länger ins Auge gefaßtes Ziel: Lehrer in Physik und Mathematik und bewarb er sich an der Universität in Münster. Aber er musste zuerst zwei Bausemester ableisten. In dieser Zeit entwickelte sich bei ihm eine innere Kurskorrektur. Er begann häufiger und inniger zu beten, begleitet von dem Büchlein "Jugend vor Gott", herausgegeben von P. Clemente Pereira SJ. Doch auch "Weltliches" nahm in dieser Zeit zu. Seit seinem 8. Lebensjahr war er ein guter Klavierspieler. Er konzentrierte sich zunächst auf klassische Musik. Aber durch den großen Kreis von Freunden und Bekannten kam unvermeidlich Tanzmusik auf Partys und Hochzeiten hinzu.

Dann fiel die Entscheidung für die Jesuiten und so ging er am 7. September 1948 in das Jesuitennoviziat in Eringerfeld. Im Berchmans-Kolleg in Pullach bei München studierte er von 1950 bis 1954 Humaniora und Philosophie, die er mit dem Lizentiat abschloss. Danach war er Erzieher im Internat der Jesuitenschule in Büren. Von 1956 bis 1960 studierte er an der Theologischen Fakultät S.J. Sankt Georgen in Frankfurt und wurde am 31. Juli 1959 vom Kopenhagener Bischof Theodor Suhr in Frankfurt zum Priester geweiht.

Von 1961 bis 1966 war er Jugend- und Studentenseelsorger in Frankfurt. Von 1966 bis 1970 begann er eine Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz, die er am 19.12.1971 als Dr. phil. mit einer Arbeit über die Wege zu Gott bei Plotin abschloss.

Im Sommer 1964 wurde er zum Programmreferenten in die Hauptstelle der Katholischen Fernseharbeit in Deutschland berufen und war von 1967 bis 1968 Fernsehbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz beim ZDF. Zugleich wirkte er seit 1965 als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz in der Päpstlichen Kommission für soziale Kommunikationsmittel. Dadurch arbeitete er ab 1966 mehrfach und entscheidend mit im Redaktionsteam, das die neue Pastoralinstruktion "Communio et Progressio" für die Instrumente der sozialen Kommunikation ausarbeitete, die dann im Januar 1971 vom Papst Paul VI. gebilligt und veröffentlicht wurde.

So lebte er ab 1. Januar 1970 bis 1990 in Rom und war bis 1974 Leiter der deutschen Abteilung am Radio Vatikan. In dieser Zeit kam als zusätzliche Aufgabe hinzu, eine deutsche Wochenausgabe des "Osservatore Romano" aufzubauen und herauszugeben. Das geschah dann ab 29.10.1972.

In Rom erwarb er sich in zahlreichen Gesprächen, Sitzungen und Konferenzen, bei denen er deutsche Ideen und Beiträge einbrachte, große Verdienste und wurde von 1973 bis 1990 Untersekretär der Päpstlichen Kommission für soziale Kommunikationsmittel.

In dieser Zeit kommentierte er auch die Übertragungen päpstlicher Ansprachen und des Segens "Urbi et Orbi". So wurde er auch in Deutschland sehr bekannt, weil man "seine Stimme oft gehört hatte". Für sein Wirken in Rom erhielt er am 4. Juni.1985 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Lange hatte er tiefe Freundschaften, besonders während der Sommerferien, die er häufig in dem Haus der Schulschwestern unserer Lieben Frau zu Pfronten im Allgäu verbrachte. Dies nahm noch zu, als er 1990 sein Amt in Rom aufgab und dann 13 Jahre als Krankenhausseelsorger in dem St. Johannes - Stift zu Duisburg-Homberg wirkte. Dort hatte er viele Freundeskreise, mit denen er nach Rom reiste und ihnen dort die Stadt des Heiligen Vaters zeigte. Mit ihnen hielt er, besonders mit dem Rupert-Mayer-Cartell, in Duisburg viele geistliche Gespräche.

2003 endete seine Tätigkeit im St. Johannes-Stift. Er zog um in seinen Geburtsort und seine Heimatstadt Duisburg-Hamborn und war dort sieben Jahre lang Ruhestandsgeistlicher in der Pfarrei St. Norbertus und in den dort zugehörigen drei Altersheimen. Ab 2006 brauchte er pflegerische und haushälterische Hilfen, weil er immer stärker an verschiedenen Erkrankungen litt. Schließlich zog er im Februar 2010 um in die Seniorenkommunität der Jesuiten im Caritas-Altenzentrum St. Josef-Elisabeth zu Köln-Mülheim. Er wurde immer schwächer, fuhr im Rollstuhl und konnte nur noch sehr schlecht mit den Augen sehen. So gab er innerlich am Ende des Jahres 2011 sein Leben auf in Gottes Hand und starb am 19.1.2012.

Er selbst hat im L' Osservatore Romano 1990 in "Auf ein Wort" geschrieben: "Der November gilt dem Gedächtnis derer, die uns im Tod vorangegangen sind auf dem Weg in die ewige Herrlichkeit. Der ‚Advent' im Dezember, da unserer siechen Welt neues Leben in Christus verheißen wird, lässt in unseren befristeten Tagen ein unendlich neues Leben aufscheinen." Das sei ihm nun wirklich von uns allen gewünscht.

R.i.p.