P. Alfons Höfer SJ
* 27. Juli 1937 in Hönningen/Sieg
24. August 2020 in Köln-Mülheim

Alfons Höfer wurde als Jüngster von fünf Geschwistern am 27. Juli 1937 in Hönningen/Sieg geboren. Die Eltern Martha (geb. Becher) und August Höfer verdienten den Lebensunterhalt für die Familie durch die Bewirtschaftung eines kleinen Gehöfts, wie es damals im Siegerland üblich war. Der Besuch des Gymnasiums war finanziell als auch verkehrstechnisch kaum möglich. P. Hubert Becher SJ, ein Vetter seiner Mutter, ermöglichte ihm die schulische Ausbildung am Gymnasium Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg. Nach dem Abitur trat Alfons Höfer 1958 in die Gesellschaft Jesu in Burg Eringerfeld ein. Im Noviziat wurden die religiösen Grundlagen für sein späteres Arbeiten gelegt. Es war auch der Beginn und der Prozess des II. Vatikanischen Konzils, was Alfons mitprägte. Nach den ordensüblichen Studien wurde er 1968 von Bischof Schröffer in Frankfurt/Main zum Priester geweiht.

Nach Abschluss der Studien destinierte ihn P. Provinzial Heinrich Ostermann zum Mitarbeiter von P. Josef Jäger in Köln. Er begann als Stadtmännerseelsorger, wobei er Inhaltlich die Themen des II. Vatikanums aufgreifen konnte. Dies führte ihn auch zum Kontakt mit Repräsentanten nichtchristlicher Gemeinschaften. Bedeutende Professoren der Theologie und anderer Wissenschaften führten zur qualifizierten Auseinandersetzung mit kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen.

Seine Tätigkeit wurde unterbrochen, als er von 1986 bis 1992 als Provinzial die Norddeutsche Provinz der Jesuiten leitete. Diese Zeit der Leitung forderte ihn in vielfacher Weise heraus.

Ab 1992 leitete er bis zum Jahre 2007 die Karl-Rahner-Akademie in Köln. Diese Jahre waren getragen von seinem ausgeprägten Gespür für aktuelle kirchliche und gesellschaftliche Fragen und seiner Leidenschaft für akademische Freiheit. Seine Predigten in St. Peter wurden in diesem Zeitraum gerne gehört.

Nach seinem Ausscheiden übernahm er an seinem neuen Wohnort in Bonn-Bad Godesberg seelsorgliche Aushilfen und Gespräche mit suchenden und nach Gott fragenden Menschen. Regelmäßig wurde er für Exerzitien und Geistliche Begleitung angefragt.

Ab Frühjahr 2019 unterbrach eine Krebserkrankung mit Operationen und regelmäßigen Arztbesuchen seinen Alltag. Im Mai 2019 zog er in die Seniorenkommunität der Jesuiten nach Köln-Mülheim um. Diese Krankheit forderte ihn heraus. Klaglos und geduldig akzeptierte er die damit verbundenen medizinischen Versorgungen. Nach einer Zeit des Eingewöhnens hatte er nach eigenen Worten in der Gemeinschaft der Mitbrüder im Altenheim in Köln eine neue Heimat gefunden. Er war sich seiner schweren Krankheit in allen Phasen bewußt und ging gelassen seinem Ende entgegen, weil er sein Leben von Gott angenommen wusste.

Am Montag, 24. August 2020, verstarb Alfons Höfer gegen 5.00 Uhr auf der Palliativstation des Klinikums Köln-Holweide.

R.i.p.