P. Adolf Degener SJ
* 3.8.1911 in Gelsenkirchen-Buer
28.5.1997 in Münster

P. Adolf Degener war das dritte von acht Geschwistern. Da die Eltern ihre ganze Zeit und Kraft für den Unterhalt ihrer Familie einsetzen mußten, gaben sie ihren Sohn Adolf schon sehr früh nach Werl in ein Konvikt. 1931 bestand er das Abitur in Essen-Steele und trat noch im gleichen Jahr in die Gesellschaft Jesu ein.

Eigentlich wollte er Medizin studieren. Während eines Einkehrtages vor dem Abitur erwachte in ihm jedoch der Wunsch, Priester zu werden. Er selbst beschreibt das so: "Da kam mir plötzlich, ganz plötzlich, der Gedanke: Die Kirche Gottes ist bedroht. Du mußt dich für die Kirche einsetzen. Du kannst Priester werden."

Von den Jesuiten erhoffte er sich neben einer guten Ausbildung die Erfüllung seines Wunsches, Missionsprediger zu werden. Nach dem Noviziat in 's-Heerenberg studierte er von 1933 bis 1936 Philosophie in Valkenburg. Daran schloß sich das Interstiz in Godesberg an. 1939 konnte er noch sein Theologiestudium in Valkenburg beginnen. Ein Jahr später wurde er zum Militär eingezogen. Aber dort blieb er nur zwei Wochen, weil die Jesuiten durch einen Geheimbefehl Hitlers aus der Wehrmacht entlassen wurden.

Zusammen mit einigen anderen jungen Mitbrüdern wurde P. Degener vorzeitig am 30. 4. 1941 in Valkenburg zum Priester geweiht und sofort als Kaplan in Duisburg eingesetzt. Hier erlebte er die Schrecken des Krieges bis zu dessen Ende 1945. Jetzt galt es zunächst, die unterbrochenen theologischen Studien zu beenden. 1947 erfüllte sich dann sein Wunsch, Volksmissionar zu werden. Fast 20 Jahre lang war er in dieser Arbeit zunächst von Hannover, seit 1959 von Essen aus tätig.

Von 1967 bis 1973 war er Superior der Kommunität in Essen. Seit 1973 war er in der Diözese Essen Dozent zur Ausbildung Erwachsener für den Religionsunterricht. 1977 wurde er nach Koblenz versetzt, um dort Priesterrekollektionen zu halten und in der Beichtseelsorge zu helfen. Aber hier begann erneut eine Zeit der intensiven Predigttätigkeit, diesmal bei der Ostpriesterhilfe, deren Ziel es war, den Kirchen in den vom Kommunismus unterdrückten Ländern finanzielle und geistige Hilfen zu besorgen. Die Tätigkeit war mit vielen Reisen verbunden, die ihm Anfang der 80er Jahre zu beschwerlich wurden.

So nahm er gern - mittlerweile gehörte er zu der Kommunität in Köln - 1986 die Stelle eines Pfarrverwesers in Hürth-Kalscheuren an. Mit seiner Glaubwürdigkeit, seinem Verständnis und seinem unermüdlichen Eifer gewann er die Zuneigung der ganzen Gemeinde. 1994 wurde ein neuer Pfarrverband in Hürth errichtet, was zur Folge hatte, daß P. Degener nur noch als Subsidiar tätig sein konnte.

Zu Beginn des Jahres 1997 zeigte sich, daß die Krankheit, um die er bereits lange wußte, ihm mehr und mehr seine Kraft raubte. Als er schließlich nach einer gründlichen Untersuchung vom Arzt erfuhr, daß keine Aussicht auf Heilung bestünde, reagierte er mit den Worten: "Ich habe lange genug gearbeitet. Jetzt habe ich noch etwas Zeit, mich mehr dem Gebet zu widmen, das bei der Arbeit manchmal zu kurz kam".

So bereitete er sich auf den Tod vor, der ihn am 28. Mai 1997 von seinem Leiden befreite. Der Herr aber, dem er sein ganzes Leben geweiht hat, läßt ihn nun teilhaben an seiner Vollendung.