P. Friedrich Abel SJ
* 5. April 1930 in Neheim-Hüsten/Sauerland
17. März 2013 in Dortmund

Fritz Abel wurde am 5.4.1930 in Neheim-Hüsten im Sauerland geboren. Er wuchs mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Franz auf. Der Vater verlor wegen der Nazis seine Stellung. Deshalb wohnte die Familie von 1936 - 1944 in Dortmund. Fritz legte 1950 sein Abitur am humanistischen Gymnasium in Arnsberg ab. Unmittelbar danach trat er in Eringerfeld in den Jesuitenorden ein. Im stets dankbaren Rückblick auf sein Elternhaus schreibt P. Abel, er sei von "gut katholischen, froh gelaunten, rechtschaffenen, aber nicht engen, sondern weltoffenen Eltern erzogen worden".

"Normaler Ausbildungsgang" nennt er selbst zurückschauend die 1950 beginnenden 2 Jahre Noviziat in Eringerfeld, das Sprachenlernen im Juniorat, das dreijährige Philosophiestudium in Pullach, zwei Jahre pädagogischer Herausforderung im Bürener Internat und die vier Jahre Theologiestudium in St. Georgen. Die Priesterweihe empfing Pater Fritz Abel im Jahre 1961 am Fest des Hl. Ignatius. Von 1962 bis 1963 schloss das Tertiat die Ausbildung ab.

In Trier, von 1963 - 1966, nahm P. Abel als Jugendseelsorger - mitten in der Konzilszeit - an der begeisterten Aufbruchstimmung der Kirche, teil. Sehr gerne war er anschließend zwei Jahre Jugendkaplan in Göttingen. In den Jahren 1968 - 1971 erteilte er in Hannover Religionsunterricht und widmete sich dort der MC-Jugendarbeit.

Zwanzig Jahre lang, von 1971 bis 1991, prägte Pater Abel die Arbeit am St. Ansgar Kolleg in Hamburg entscheidend mit: als Religionslehrer und in der KSJ-Arbeit; und sieben Jahre lang als Rektor des Kollegs. Viele seiner ehemaligen Schüler hielten bis heute die Verbindung zu ihm. Er war ein Gentleman: einfach, aufrichtig, gerecht, treu, klar in seinen Positionen. Unprätentiös, einsatzfreudig, aufrecht und bescheiden. Auf solche Worte stößt man immer wieder bei Menschen, die ihn kannten.

Seit 1991 war P. Abel sehr viel im Rahmen der Männerseelsorge im Erzbistum Köln unterwegs. Danach leitete er ab dem Jahre 2000 zuerst in Münster, Haus Sentmaring, und nach dem Umzug 2002 nach Köln-Mülheim in das Caritas-Altenzentrum St. Josef-Elisabeth sieben Jahre lang eine Seniorenkommunität für seine Jesuitenmitbrüder. Das war ein Dienst, den er gerne versah, der ihn aber auch viel Kraft kostete. Zugleich war er ein sehr anerkannter Seelsorger für die Bewohner des Caritas-Altenzentrums.

2007 wünschte Pater Abel nach Göttingen zurückkehren zu können. Wer immer ansprechbar ist, wie es für Fritz Abel galt, den finden Menschen, die Gott suchen: in der Klinikseelsorge, beim Gottesdienst, in der Beichte, in Lebens- und Glaubensfragen. Wo Pater Abel wirkte, spürten die Menschen, wie er im Glauben ruhte und dem Gebet vertraute, in das er sie täglich einschloss. Sein weiser Rat war gefragt, seine geistliche Begleitung suchten viele. Für jede Jesuitenkommunität war seine Aufmerksamkeit und seine Präsenz ein Segen.

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Pater Abel sich freier von Gelenkschmerzen und Medikamenten wusste und dankbar davon sprach, wollte er das Grab seines Bruders Franz in Dortmund besuchen, der lange Jahre Pfarrer in Dortmund gewesen war und vor zwei Jahren dort verstorben ist. Da erlitt Pater Abel am 6.3.2013 einen Schlaganfall in Dortmund und kam in ein Krankenhaus. Die Lähmungen waren stark und raubten ihm die Sprache. Aber Pater Abel konnte alles verstehen und reagierte voller Dankbarkeit auf medizinische Hilfe, auf Besuche und die gesprochenen Gebete. Nach elf Tagen, an einem Sonntag, ließ ein weiterer Schlaganfall P. Abel sanft entschlafen.

Pater Fritz Abel stand im 83. Lebensjahr, im 62. Jahr des Ordenslebens.

R.i.p.