P. Heinz-Benno Eich SJ
* 9. April 1941    25. Dezember 2001
Eintritt 1965 - Priesterweihe 1972 - Letzte Gelübde 1984

Heinrich Benno Maria Eich wurde am 9. April 1941 als Sohn des Gewerbe-Oberlehrers Josef Eich und seiner Frau Anna, die ebenfalls Lehrerin war, in Mettmann/Rhld. geboren und wuchs dort mit vier Schwestern auf. Den ersten Teil seiner schulischen Ausbildung machte er in Mettmann. Nach einer Unterbrechung wechselte er ins Internat des Albertus-Magnus-Kollegs nach Königstein/Taunus, wo er im Februar 1965 am Humanistischen Gymnasium das Abitur ablegte.

Am 26. April 1965 trat Heinz-Benno Eich in Berlin ins Noviziat der Ostdeutschen Jesuitenprovinz ein. Sein Novizenmeister war zunächst P. Soballa, dann P. Siegel. Vom Herbst 1966 bis Sommer 1968 studierte er in Pullach Philosophie, machte dann ein einjähriges Praktikum bei der action 365 (P. Leppich) in Darmstadt und setzte ab Herbst 1969 die theologischen Studien in Sankt Georgen/Frankfurt fort. Schon in der Schulzeit war die Jugendarbeit sein besonderes Anliegen. In Mettmann engagierte er sich zunächst für die Junge Union. Im Königsteiner Internat wuchs er in die kirchliche Jugendarbeit hinein. So ergab es sich fast von selbst, dass er ab 1968 für den Caritasverband Gießen mehrere Ferienfreizeiten in Herbstein im Vogelsberg plante und durchführte. Dazu versammelte und gewann er einen großen Freundes- und Mitarbeiterkreis. Sein Einsatz für den Caritasverband führte dazu, dass er am 8. Juli 1972 in Gießen in der damals von Jesuiten betreuten Pfarrei St. Albertus durch Kardinal Hermann Volk, Bischof von Mainz, zum Priester geweiht wurde.

Nach dem Abschluss der Studien im Sommer 1973 arbeitete er zunächst von Göttingen aus für die action 365. "Nach meiner Weihe bin ich drei Jahre lang kreuz und quer durch die damalige Republik gefahren. Ich habe Einzelne zu Teams zusammengeführt, die aus dem Wort von Gottes unüberbietbarer Liebe heraus über ihre Angst vor Menschen z.B. folgern, dass sie sich danach nicht zu richten brauchen. Und die dann für Schwächere als Team mehr erreichten denn als Einzelne".

Ab Januar 1976 bis zum Sommer 1982 war er Jugendseelsorger und Religionslehrer in Hannover. Viele erinnern sich dankbar an diese Jahre. Er selbst hielt auch später dorthin Kontakt, unter anderem zur Basisgemeinde. In seiner fordernden, nicht selten rigorosen Art schuf er sich aber auch Gegner. Peter Knauer, der für ihn das Requiem als Hauptzelebrans feierte, erwähnte in seiner Ansprache: "Einmal ... hat Benno ... die Jugendlichen gebeten, ... alle Kirchen der Stadt an einem Sonntag - jeweils einige in jeder Kirche - zu besuchen und ihm zu berichten, ob denn in der Predigt etwas gesagt wird, worauf man sich im Leben und Sterben verlassen kann. Leider war das Ergebnis niederschmetternd. Und ich glaube, man macht sich auch keine Freunde beim Klerus, wenn man mit solch kritischen Ohren hört."

In der Tat kann man sagen, dass er nicht immer Zugang zum theologischen Denkstil und zum seelsorglichen Bemühen anderer fand - zuweilen wohl auch gar nicht finden wollte. Wenn ich recht sehe, waren seine Kindheit und Jugend - verstärkt durch die Kriegs- und Nachkriegszeit - nicht ganz einfach. Hier scheint auch ein maßgeblicher Grund dafür zu liegen, dass es ihm schwer fiel, Gefühle unkompliziert zu zeigen und Dinge einfach stehen zu lassen. Er konnte im Urteil unvermittelt und hart sein und sich über Stil- und Formfragen sehr ereifern.

Nach einer einjährigen Mitarbeit im Jugendhaus Eich in Aachen wurde er im September 1983 als Religionslehrer nach Köln geholt. In dieser Tätigkeit blieb er bis zum Sommer 1993. Über den Unterricht an verschiedenen Schulen und durch die Mitarbeit in der Pfarrei St. Peter in der Jabachstraße, wo für viele seine sonntägliche 11.00 Uhr-Eucharistiefeier zum festen Begriff wurde, fand er ein reiches Betätigungsfeld und gewann viele Freunde und Gönner. Zur Unterstützung seiner verschiedenen Aktivitäten gründete sich ein eingeschriebener "Verein zur Förderung der 11-Uhr-Gemeinde an St. Peter zu Köln", der ihm in vielem behilflich war und auch seine Predigten zunächst als Manuskripte herausgab: "Die Predigt Jesu - eine einzige - dieser einen wegen wird Gott Mensch". Später wurden die Predigten ins Internet eingestellt. Peter Knauer erinnerte daran: "Benno beendete alle seine Predigten ... mit drei Sätzen: Amen. Das Weitere findet sich. Domini sumus. 'Amen', das bedeutet: Daran glaube ich. 'Das Weitere findet sich': Aus Glauben gehen gute Werke von alleine hervor. Und 'Domini sumus' bedeutet zuerst: Wir sind des Herrn, wir gehören zu ihm, das ist unser ewiges Leben. 'Domini sumus' heißt dann auch: Wir sind Herren unserer Angst. Wir lassen uns nicht mehr von Angst überwältigen. Unser Glaube ist stärker."

Sein Ideenreichtum, sein intensiver Arbeitsstil und die von ihm bevorzugte, sehr ungewöhnliche Tageseinteilung - er stand seit Jahren früh um 2.00 Uhr auf und war ab 17. 00 Uhr nicht mehr zu sprechen - kosteten ihn aber auch sehr viel physische und psychische Kraft. Seit Mitte der achtziger Jahre häuften sich verschiedene gesundheitliche Probleme und zwangen ihn, seine Tätigkeit immer mehr einzuschränken. Eine erste schwere Herzattacke traf ihn im Dezember 1993. Daraufhin musste er seine letzte Stelle als Seelsorger am Martinus-Krankenhaus und am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf nach kurzer Zeit wieder aufgeben. In den folgenden Jahren litt er zunehmend unter Angina-Pectoris-Anfällen und an Durchblutungsstörungen - nicht zuletzt Folgen seines starken Rauchens. Soweit er kräftemäßig noch tätig sein konnte, saß er am Computer und arbeitete an seinen Predigten. Er unterhielt einen ausgedehnten Briefwechsel. Internet und E-Mail wurden seine Instrumente des Kontaktes und der Seelsorge.

Am Heiligen Abend nahm er im Haus an der Christvesper teil, wollte aber anschließend nicht zum gemeinsamen Abendessen kommen, da er sich zu unwohl fühlte. Am ersten Weihnachtstag 2001 - wohl sehr früh am Morgen - starb er im Canisiushaus Köln an akutem Herzversagen.

Wir beerdigten ihn am 7. Januar 2002 auf dem Friedhof Melaten.

R.i.p.

P. Karl Heinz Fischer SJ

Jesuiten-Nachrufe 2002, S. 15f