Georg Rimke SJ

P. Georg Rimke SJ
* 3. Oktober 1929    † 20. Oktober 2008
Eintritt 1952 - Priesterweihe 1962 - Letzte Gelübde 1967

P. Georg Rimke wurde am 3.10.1929 in Schwerte / Ruhr geboren. Seine Mutter ist wie seine vier Geschwister vor ihm an Krebs verstorben. Auch sein Vater starb an Kehlkopfkrebs. In Schwerte besuchte er ab 1940 eine Oberschule und war dann ab 1943 evakuiert in Glogau (Schlesien), wo er bis 1944 das Gymnasium besuchen konnte. Nach dem Krieg lebte er mit seiner Familie wieder in Schwerte und war dann von 1947 bis zum Abitur 1951 auf dem St. Albert Kolleg zu Königstein im Taunus. Nach dem Abitur studierte er zunächst in Köln zwei Semester Medizin.

Am 4.10.1952 begann er das Noviziat in der Gesellschaft Jesu auf dem Jakobsberg bei Bingen. Seine Novizenmeister waren P. Otto Pies und P. Günter Soballa. Von 1954 bis 1957 studierte er Philosophie im Berchmanskolleg Pullach bei München. Danach war er von 1957 bis 1959 Erzieher und Lehrer im Jesuitenkolleg Feldkirch (Vorarlberg). Von 1959 bis 1963 studierte er an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main die Theologie. Am 22.8.1962 wurde er in der St. Ludwigskirche zu Berlin durch Erzbischof Bengsch zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in Schwerte. Das Terziat verbrachte er von 1963 bis 1964 im Haus Sentmaring zu Münster.

Seine erste priesterliche Aufgabe war dann eine zweijährige Kaplanszeit in der Jesuitenpfarrei St. Albertus zu Gießen. Von dort zog er für fünf Jahre nach Berlin und war bis 1970 Seelsorger und Religionslehrer an der Jesuitenkirche St. Clemens. In dieser Zeit gab es im Berliner katholisch-kirchlichen Bereich viel Unruhe unter den Studierenden. Das machte ihm das Leben in Berlin schwer und so ging er vom 20.04.1970 bis 31.12.1970 als Studentenseelsorger nach Clausthal-Zellerfeld im Harz.Auch diese Aufgabe wurde für ihn nicht einfach, er hatte manche Auseinandersetzung mit dem damaligen Bischof von Hildesheim.

Daraufhin fasste er den Entschluss, in seine ursprüngliche Heimat, in das Ruhrgebiet zurückzukehren. In Dortmund mietete er ein Zimmer in dem katholischen Studentenwohnheim in der Poppelsdorfer Str. 3-5. Hier lernte er Hermann Kortmann, den damaligen Hausverwalter, kennen und schätzen. Denn Hermann Kortmann, damals bereits 52 Jahre alt, war vor und nach dem Krieg in Dortmund aktiv in der katholischen Jugendarbeit. Bald erwuchs aus dieser ersten Begegnung eine tiefe, bleibende Freundschaft mit Hermann Kortmann und dessen Frau Margret. Ab 1978 wohnte Georg Rimke 30 Jahre lang ganz bescheiden, sogar ohne eine richtig ausgestattete Küche, in einem einfachen Appartement im benachbarten Haus Sonnenstraße 112. Meistens besuchte er zum Essen die Kortmanns in deren Wohnung Neuer Graben 45 und nahm mit ihnen gemeinsam zubereitete Mahlzeiten ein.

Für zwanzig Jahre übernahm er ab 1971 bis zu seiner Pensionierung im Sommer 1990 den Religionsunterricht in der Kaufmännischen Schule 3, dem heutigen Robert-Schuman-Berufskolleg, in der Skellstraße und wurde Oberstudienrat im öffentlichen Dienst. Mit seinen Lehrerkollegen hielt er guten Kontakt auch nach seiner Pensionierung. Häufig traf er sich mit ihnen und diskutierte engagiert über die wirtschaftliche Lage der Menschen. Er selbst lebte sehr bescheiden und anspruchslos. Von einem Kollegen ließ er sich bei seinen eigenen Finanzfragen helfen und einige Kollegen haben ihn noch seiner letzten Lebenszeit im Krankenhaus besucht.

P. Rimke war ein ernster und tiefgläubiger Mensch, der sich vor allem seinen Aufgaben als Religionslehrer und als Priester sehr verpflichtet fühlte. Er half in Gemeinden aus und hielt regelmäßig an den Wochenenden, meistens abends, die Hl. M esse in der Propsteikirche zu Dortmund oder in der Kirche St. Liebfrauen. Werktags übernahm er die Hl. Messe im Christinenstift. Seine Predigten bereitete er sorgfältig vor, und viele hörten ihm sehr gerne zu. Nach seiner Pensionierung ging er häufig zu den Seniorentreffen der Gemeinden, wo er die älteren Menschen von Tisch zu Tisch ansprach. So lebte er ganz für den Dienst in der katholischen Kirche von Dortmund.

Ab und zu besuchte er am Ignatiusfest die Jesuiten in Köln, Stolzestraße, und vor allem in Haus Sentmaring zu Münster. Mit P. Otto Syre, P Stefan Siegel und P. Ulrich Rabe hielt er Kontakt, aber er war doch ein ganz selbständiger Priester.

Seit Juni 2002 wurde seine Gesundheit zunehmend schwächer, und nachdem bei ihm Morbus Waldenström erkannt worden war, musste er verschiedene Behandlungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen.. Im Jahr 2007 traten häufiger Gleichgewichtsstörungen auf. Ab März 2008 ging es ihm sehr schlecht. Zeitweilig haben ihn die Kortmanns bereitwillig bei sich aufgenommen, weil der Arzt ihm riet, nicht mehr allein in seiner eigenen Wohnung zu bleiben.

Von Juli 2008 bis zu seinem Tod verbrachte er die meiste Zeit in Krankenhäusern. Anfang August 2008 schien er erkannt zu haben, dass seine letzte Lebensphase beginnen werde. Mit einem befreundeten Herrn ist er auf seinen eigenen Wunsch hin zur Pfarrkirche St. Marien nach Schwerte gefahren. Dort hatte er im August 1962, also vor 46 Jahren, seine erste Hl. Messe in der Heimat, seine Heimatprimiz gefeiert. Beide waren danach noch richtig schön in der Sonne im Dortmunder Rombergpark spazieren. Dies war dann tatsächlich in seinem Leben der letzte Ausflug. Georg Rimke besuchte so gerne mit den Kortmanns romanische Kirchen und schöne Landschaften, reiste oft in die Berge und fuhr häufig zu Schwestern an die Ostsee. Somit nahm er am 6.8.2008 in der Pfarrkirche St. Marien von Schwerte Abschied von seinem Amt als Priester und im Rombergpark von seinen Erlebnissen einer schönen Erde.

Ich habe ihn zum ersten Mal am Samstag, den 16. August 2008, auf der Intensivstation des St. Johanneshospital kennen gelernt, nachdem uns Peter Ehlen auf dessen Krankheit aufmerksam gemacht hatte. Er lag an einem Beatmungsgerät und war nicht ansprechbar. Kurz zuvor war er nach einem Blinddarmdurchbruch operiert worden. Das hat ihn so geschwächt, dass er danach zwar noch manchmal ansprechbar war, aber nicht mehr aufstehen konnte. Darum hat ihm der Krankenhausseelsorger Pastor Thomas Müller, der ihn oft besucht hat, an diesem Abend des 16. August die Krankensalbung gespendet.

Im September wurde er in dem ihm gut bekannten Altenpflegeheim Christinenstift aufgenommen, von wo er aber mehrmals wegen fiebriger Infekte in das St. Johanneshospital, bzw. das St. Elisabethkrankenhaus in Kurl verlegt werden musste.

Immer mehr wurde P. Rimke bewusst, dass für ihn keine Hilfe mehr möglich war. Am Tag vor seinem Tod war er im Unterschied zu den vorhergehenden Tagen wach und konnte sprechen. Er sagte einer Schwester im Christinenstift: „Ich weiß, man wird mir nicht mehr helfen können."Als daraufhin die Schwester seine Hand hielt, meinte Georg: „was haben sie schön warme Hände". So starb er von einem neuen Fieberanfall geschwächt am 20.10.2008 im St. Johanneshospital.

Sein Requiem wurde am Abend des 29.10.2008 in der Propsteikirche zu Dortmund gefeiert und am folgenden Tag wurde P. Rimke auf dem Friedhof Melaten zu Köln in der Grabstätte der Jesuiten begraben.

R.i.p.

P. Albert Giesener SJ