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27. September 1540 - 'Regimini Militantis Ecclesiae'

Ende März 1539 begannen die Gefährten im Frangipanihof mit Gebet die Beratungen, ob sie in einem Orden zusammenbleiben wollten oder nicht. Bis Mitte April sind sie sich einig: Ja, wir wollen zusammen bleiben und wollen einem zu erwählenden Oberhaupt das Gelübde des Gehorsams ablegen. Am 3. Mai fassen sie die Ergebnisse in elf kurze Kapitel zusammen und bis zum 24. Juni sind auch alle anderen Fragen geklärt: die mehr peripheren Dinge wie Chorgebet, Kleidung, Bußübungen, Studien, Finanzen. Auch der Name 'Gesellschaft Jesu' wurde festgelegt. Ende Juni stellt Ignatius die 'Summa Instituti', den Urentwurf der Ordenssatzungen zusammen.

Kardinal Gasparo Contarini überreichte das Dokument dem Papst Paul III. Contarini war Venezianer und gehörte zu den erlauchtesten Geistern im damaligen Italien. Paul III. hatte ihn zum Erstaunen aller aus dem Laienstand in den obersten Senat der Kirche berufen. Seine tief religiöse Natur war von der Notwendigkeit einer Kirchenreform überzeugt.

Der Papst ließ das Dokument von dem gelehrten Dominikaner Tommaso Badia (1483-1547) überprüfen. Badia gehörte zum Kreis der Reformer um Contarini. Am 3. September gab Paul III. im Papstpalast von Tivoli freudig seine mündliche Bestätigung.

Dennoch kam es nun zu großen Schwierigkeiten und kurialen Kämpfen wegen der umstürzenden Neuheiten dieser Ordensplanung. Vor allem die Kardinäle Ghinucci und Guidiccioni erhoben kanonistische Einwände. Sie gehörten zu einer konservativen Gruppe, die einen Ausgleich zwischen den Reformern und der Tradition der Kirche erstrebte. Guidiccioni lehnte überhaupt neue Orden ab. Es gäbe schon viel zu viele. Er wollte sie auf vier beschränken.

Ignatius machte Himmel und Erde mobil, versprach 3000 hl. Messen und erbat Gutachten hoher Persönlichkeiten, wie des Herzogs von Ferrara und des Königs von Portugal und einiger Städte in Italien. Kardinal Rodolfo Pio da Carpi setzte sich für die Gesellschaft Jesu ein. Er war Nuntius in Frankreich gewesen und nun Bischof von Faenza. Er war und blieb zeitlebens ein verständnisvoller Freund der Gesellschaft Jesu. Dem jungen Orden hat er in vielfacher Weise sehr geholfen. Seine Villa am Monte Cavallo (Quirinal) war für Ignatius ein wertvoller Stützpunkt.

Endlich, nach über einem Jahr, wurde die Bulle 'Regimini Militantis Ecclesiae' im Palast von San Marco ausgefertigt. Die Gesellschaft Jesu war begründet.

Matt-Rahner, S. 259 u. 350ff, 260, 312 u. 348
S. 246 über Frangipani

 

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