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14. September 1562 - Brot Paschase
in Paris

Paschasius Brot entstammte einer wohlhabenden Bauernfamilie in Nordfrankreich. In einem kleinen Dorf der Picardie, nicht weit von Amiens, wurde er um das Jahr 1500 geboren. Er war fromm, gütig und heiter, eine kraftvolle Gestalt mit einem Antlitz, das von einem blonden Bart umrahmt war.

Im Jahre 1524 empfing er Amiens die Priesterweihe. Nach zehn Jahren Seelsorgsarbeit in der Heimat kam er Ende 1534 nach Paris, um seine Studien zum Abschluss zu bringen. Er lernte Peter Faber kennen, der ihm die Exerzitien gab, und schloss sich dem Freundeskreis von Ignatius an. Bei der Gelübdeerneuerung auf dem Montmartre 1535 war er dabei mit seinen Landsleuten Jay und Codure, die Faber ebenfalls gewonnen hatte.

Brot wirkte als Seelsorger in verschiedenen Städten Italiens und Frankreichs. Mehrfach war er in Rom bei den Überlegungen der ersten Gefährten zur Gründung der Gesellschaft Jesu. Seine Tatkraft erwies sich bei der Errichtung der Kollegien in Bologna und Ferrara. Ignatius ernannte ihn 1551 zum ersten Provinzial in Italien und 1552 zum Provinzial in Frankreich.

Acht Jahre lang hatte er mit aktivem Widerstand der Franzosen zu kämpfen. Dieser Widerstand kam vom Pariser Kardinal-Erzbischof Eustache du Bellay, vom französischen Parlament und besonders von der theologischen Fakultät der Pariser Universität. Schwerwiegende Kritikpunkte waren: Der Name 'Gesellschaft Jesu' sei arrogant; die Traditionen im Ordensleben seien missachtet; die pastoralen Privilegien verletzten die Rechte der Bischöfe und der religiösen Instanzen.

Auch andere Orden wie die Dominikaner, die Franziskaner und Karmeliter forderten bald ebenfalls die Ausweisung der Jesuiten aus Frankreich. Plakate in der ganzen Stadt und die Anprangerung von vielen Kanzeln aus entfachten öffentlich einen Sturm gegen die Gesellschaft Jesu.

Die Jesuiten, besonders Polanco, wiesen die Kritik zurück. Sie argumentierten, dass es in Italien einen Orden der 'Gesuati' gebe, und dass andere Orden den Namen der Hl. Dreifaltigkeit oder des Hl. Geistes trügen. Sie argumentierten, dass die pastoralen Privilegien der Gesellschaft Jesu mit denen der Bettelorden vergleichbar seien und keine Bedrohung für den Klerus darstellten. Sie argumentierten weiter mit dem Hinweis auf die vielen positiven Zeugnisse von Papst, Bischöfen und Fürsten.

Im Mai 1555 rief der bischöfliche Gerichtshof von Paris den Provinzial Brot zu sich und informierte ihn darüber, dass es den Mitgliedern der Gesellschaft Jesu unter Androhung der Exkommunikation verboten sei, in Paris seelsorglich tätig zu sein.

Der Orden hatte in Frankreich aber nicht nur Gegner. Zu den großen Freunden zählte z.B. der junge Kardinal Charles de Guise und der Bischof von Clermont, der seinen Palast in der Rue de la Harpe für ein Kolleg zur Verfügung stellte, das später den Namen Collège Louis Le Grand annahm.

Erst auf der Konferenz zu Poissy 1561, auf der Laínez eine führende Rolle spielte, bewilligten Krone und Klerus die Anerkennung der Gesellschaft Jesu. Ein Jahr darauf folgte das französische Parlament.

Brot starb in Paris am 14. September 1562 an den Folgen einer Infektion bei der Pflege von Pestkranken.

 

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