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4. September 1523 - In Jerusalem

Am 14. Juli 1523 lichtete die 'Negrona' in Venedig die Anker zur Fahrt nach Palästina. Trotz hohen Fiebers bestieg Iņigo das Schiff. Der Arzt hatte gesagt, wenn er auf hoher See begraben werden wolle, möge er abreisen. Iņigo ließ sich dadurch nicht abschrecken. Die einundzwanzig Pilger auf dem Schiff erreichten das Heilige Land und betraten schweigend und betend durch das Jaffator die Stadt Jerusalem.

Alle Heilig-Land-Pilger unterstanden damals der kirchlichen Jurisdiktion der Franziskaner, denen seit 1342 die Obhut des Heiligen Landes anvertraut war. Die Franziskaner besorgten den Pilgern die Unterkunft und stellten ihnen ein Programm zusammen.

Iņigo war die ganze Zeit in Palästina unbeschreiblich glücklich, wie er später seinem Freund Peter Faber mitteilte. Am liebsten wäre er im Heiligen Land geblieben, aber die Verhältnisse waren mächtiger als der gute Wille von Iņigo. Der Franziskanerorden erlaubte es nicht - trotz des päpstlichen Geleitbriefes - und drohte sogar mit Exkommunikation. Iņigo beugte sich dieser Entscheidung. Das fiel ihm gewiss schwer, da vor seinen Augen sich die Geheimnisse des Lebens und Leidens Jesu spiegelten.

Die Seefahrt verlief sehr stürmisch. Mitte Januar 1524 traf er wieder in Venedig ein. Für zwei Wochen blieb er Gast bei Andrea Lippomani, einem baskischen Landsmann, dem Prior der ehemaligen Deutschordenskommende. Von Venedig aus gelangte er über Genua nach Barcelona, um sich trotz seiner 33 Jahre dem Studium zu widmen, in der Meinung, nur so den Seelen helfen zu können.

Matt, S. 141

 

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