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26. Oktober 1556 - Freux André des (Frusius)
† in Rom

Er war ein französischer Priester aus der Diözese Chartres, der sich 'schon in reifem Alter' im Jahre 1541 zu Rom der Gesellschaft Jesu anschloss. Unter Ignatius machte er seine erste Probezeit im baufälligen Haus neben der Astalli-Kirche. Der vornehme Abbé in seinem seidenen Talar wurde tüchtig hergenommen und machte den Küchendienst. Doch war er ein so gelehrter Mann, ein halbes Wunder an Wissen und an Künsten. Er hatte Theologie, Medizin und Jus studiert, war ein guter Mathematiker, ein ausgezeichneter Musiker, sprachbegabt und kreativ.

Nach dem Noviziat schickte Ignatius ihn für vier Jahre nach Padua, um seine Theologie zu vertiefen und zu ergänzen. Dann war er eine Zeit lang Sekretär bei Ignatius und predigte in verschiedenen Städten. Ignatius sandte ihn zusammen mit Canisius nach Messina, um dort das erste Kolleg der Gesellschaft Jesu zu gründen. Als auch in Venedig ein Kolleg gegründet werden sollte, wurde Frusius angefordert. Im September 1552 wurde er nach Rom ans Germanikum berufen, wo er am 1. Oktober 1552 eintrifft. Er wird der erste Rektor des Römischen Kollegs.

Frusius hatte ein natürliches, spontanes Gemüt, das sich von Ignatius gemessenem Ernst unterschied. Musik und Poesie waren in ihm vereint. Er hatte ein sprudelndes und elegantes Wesen.

Aus Hugo Rahner, Die ersten Jesuiten. S.67: Die Regeln über die kirchliche Gesinnung wurden von Frusius auf Geheiß von Ignatius ins Lateinische übersetzt. Aus Hugo Rahner, Ignatius als Mensch und Theologe, S.127: Frusius besuchte Ignatius öfter, wenn er missmutig in seiner Kammer saß und spielte ihm ein wenig auf seinem Klaviachord vor, oder ein Laienbruder sang ihm ein Lied. S. 168: Als Ignatius starb, knieten nur zwei Jesuiten an seinem Sterbebett: P. Cristóforo de Madrid und André des Freux. S. 177: Frusius übersetzt die Exerzitien.

Hugo Rahner, Die ersten Jesuiten. S. 178ff.

 

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