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17. Oktober 1953 - 400 Jahre Gregoriana in Rom

Nachdem Francisco de Borja eine Geldsumme zur Verfügung gestellt hatte, gründete Ignatius von Loyola im Jahre 1551 das Römische Kolleg, das Studierenden aus allen Nationen offen stehen und Wissenschaft und Liebe zu Kirche und Papsttum vermitteln sollte.

Der heutige Name der Hochschule geht auf Papst Gregor XIII. zurück, der dem Kolleg im Jahre 1573 durch Schenkung ausgedehnter Ländereien die nötige wirtschaftliche Grundlage schuf und ihm einen Palazzo erbaute, den der Papst persönlich 1584 feierlich seiner Bestimmung übergab.

Die Leitung der Gregoriana blieb über zwei Jahrhunderte in den Händen der Gesellschaft Jesu, die auch die Professoren stellte. Als der Orden 1773 aufgelöst wurde, übernahmen Weltpriester den Lehrbetrieb unter Führung einer Kommission, die aus mehreren Kardinälen zusammengestellt war. Nach Wiederherstellung des Jesuitenordens übertrug Leo XII. im Jahre 1824 erneut der Gesellschaft Jesu die Sorge um die Gregoriana. Die revolutionären Wirren in Rom und Italien brachten der Gregoriana viele Probleme, die sie glücklich überwand.

Im Jahre 1870 kam unter Pius IX. die kirchenrechtliche Fakultät und unter Pius XI. kamen die Fakultäten für Kirchengeschichte und Missionswissenschaft zur Hochschule hinzu. Auch die Institute für Bibelwissenschaft und für Orientalischen Studien wurden der Gregoriana unterstellt, mit Beibehaltung ihrer Eigenrechte.

Die Gregoriana gehört gemäß den Lateranverträgen zum Vatikanischen Territorium und genießt die entsprechenden Privilegien. Der Rektor wird jeweils vom Papst ernannt. An der Gregoriana dozierten viele bedeutende Professoren, wie der Kirchenlehrer Robert Bellarmin, der auch eine Zeit lang Rektor war, Franz Suarez, de Lugo, Palmieri und viele andere. Auch deutsche Professoren wirkten dort, wie Athanasius Kircher, Kleutgen, Cornely, Wernz, Prümm, Kirschbaum und viele andere.

Dank ungezählter wissenschaftliche Werke, Bücher und Zeitschriftenartikel hat die Gregoriana in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf. An der Greogoriana studierten etliche Päpste, wie Leo XIII., Benedikt XV., Pius XI. und Pius XII., etliche Kardinäle, hunderte Bischöfe und Generalobere von Ordensgemeinschaften, kirchliche Führungsgestalten, Heilige und Selige.

Im Jahre 1953 wurde in Rom vom 13. - 20. Oktober das 400-jährige Bestehen der Gregorianischen Universität durch einen wissenschaftlichen Kongress gefeiert, der von kirchlichen Feierlichkeiten umrahmt war. Die Teilnehmer versammelten sich am 17. Oktober im Vatikan zu einer Papstaudienz. Dabei hielt Pius XII. eine längere Ansprache. Er schloss mit dem Gedanken, dass die Gregoriana ein dreifaches heiliges Feuer in den Seelen der Alumnen entfachen müsse: Eifer zur Rettung der Seelen, Eifer zur Pflege der Wissenschaften und Eifer zu Gebet und Selbstverleugnung. In diese Mahnung fasste der Papst seine Glückwünsche zur Jubelfeier zusammen.

Jahrbuch 1962/63, S. 9
Jahrbuch 1977/78, S.146
Canisius 1. Folge Heft 8, April 1954, S. 1ff

 

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