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15. Oktober 1917 - Das Orientale in Rom

Papst Benedikt XV. hat das Orientale gegründet als ein Bindeglied zwischen Ost und West. Es hatte die Aufgabe, durch wissenschaftliche Tätigkeit die Kenntnis der östlichen Christenheit in Ost und West zu fördern und Interesse zu wecken. Es sollte jene lateinischen Priester besonders ausbilden, die für das Apostolat unter den orientalischen Christen ausersehen waren. Es sollte aber auch die mit Rom vereinigten Orientalen aufnehmen, die in Rom ihr Wissen vertiefen wollten.

Der erste Präses des Instituts war P. Anton Delpuche aus der Gesellschaft der Weißen Väter, der vordem in Jerusalem tätig war. Ihm folgte bald der Abt von St. Paul vor den Mauern, der spätere Erzbischof von Mailand, Kardinal Ildefons Schuster OSB. Als Professoren holte man Fachleute aus verschiedenen Orden, drei aus der Gesellschaft Jesu.

1920 bekam das Institut das Recht, die akademischen Grade zu verleihen. Aber das Unternehmen wollte nicht so recht gedeihen. Auf Veranlassung von Präses Ildefons Schuster wurde die Leitung des Instituts 1922 einem einzigen Orden anvertraut, den Jesuiten. Zum Leiter des Instituts wurde P. Michael d'Herbigny SJ ernannt, dem 1931 P. Emil Herman folgte. Im Jahre 1928 schloss Papst Pius XI. das Orientale und auch das Biblicum an die Gregoriana an. Beide Institute blieben aber in der Verwaltung autonom.

Die Unterbringung des Orientale konnte in den ersten Jahren nur provisorisch erfolgen, zunächst in einem Konvertitenhospiz beim Vatikan, dann zeitweise im obersten Stockwerk des Biblicum. Erst im Jahre 1926 erhielt das Orientale einen bleibenden Besitz an der Piazza S. Maria Maggiore, nachdem der Papst dort einen großen Gebäudekomplex käuflich erworben hatte. In vieler Hinsicht blieben die Päpste hilfsbereite Ratgeber des Orientale. Pius XI. beauftragte auch zwei Experten in den nahen Osten zu reisen, um Bücher für eine moderne Fachbibliothek zu kaufen. Diese Reise war äußerst ergiebig. Sie konnten erstaunlich viele seltene und schwer zu beschaffende Bücher auftreiben. Eine spanische Wohltäterin hatte dafür eine hochherzige Spende bereitgestellt.

Das Orientale blühte auf. Die Zahl der Professoren wuchs international. P. General Ledóchowski erwies sich mit viel Energie als guter Förderer dieses Institutes.

Jahrbuch 1980/81, S. 18
Jahrbuch 1967/68, S.137
Jahrbuch 1963/64, S. 29

 

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