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1. Oktober 1599 - Direktorium zu den Exerzitien

Die ersten Jesuiten baten Ignatius wiederholt um ein Handbuch für das Geben von Exerzitien. Als er starb, war es noch unvollendet. Gewiss, Ignatius hatte seit Manresa 1522 seine Erkenntnisse und Erfahrungen niedergeschrieben und in sein Büchlein über die Exerzitien als Erklärungen und Anmerkungen plaziert. Er legte das gesamte Büchlein dem Papst vor. Am 31. Juli 1548 approbierte Paul III. den Text und im Oktober ließ Ignatius ihn drucken.

Die Gefährten waren der Auffassung, dass Ignatius ihnen noch mehr Hilfestellung geben könne. Sie drängten ihn, ein längeres Direktorium zu schreiben, wie man Exerzitien geben solle. Er versprach es, kam aber nicht mehr dazu. Er hinterließ lediglich ein eng beschriebenens Blatt.

Die erste Generalkongregation beauftragte den neuen General, P. Laynez, für die Erstellung eines offiziellen Direktoriums zu sorgen. Vier Jahrzehnte arbeiteten die nächsten drei Generäle Franz Borgias, Eberhard Mercurian und Claudius Aquaviva daran. Außer diesen noch zwei weitere kompetente Mitbrüder, nämlich Polanco, der langjährige Sekretär von Ignatius und Diego Miró, Oberer in Protugal, der viel Erfahrung hatte im Geben von Exerzitien.

Aber noch immer wurde das Direktorium nicht fertig. Die vierte Generalkongregation, die 1581 P. Aquaviva zum neuen Generalobern wählte, verlangte nun energisch die Fertigstellung. Dennoch dauerte es noch zehn Jahre, bis Aquaviva einen Entwurf rundschickte, zum dem sich Obere und Experten äußern sollten. So konnte 1599 der endgültige Text publiziert werden. Er ist in vierzig lateinisch verfasste Artikel eingeteilt. Es ist ein Dokument mit viel Esprit und Eifer.

Das Direktorium berücksichtigt auch zwei Varianten von Exerzitien, die sich erst nach Ignatius' Tod herausgebildet hatten, nämlich die jährlichen Exerzitien und die Predigtexerzitien (Volksmissionen).

 

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