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25. November 1956 - Pribilla Maximilian
† in München

P. Pribilla wurde am 22. November 1874 in Köln geboren. Nach seinen Jura-Studien wurde er am 30. September 1897 in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, studierte in Valkenburg und an der Universität in München und wurde zunächst als Ethikprofessor in Valkenburg eingesetzt. Während des 1. Weltkrieges diente er als Feldgeistlicher.
Seit 1921 war er Mitarbeiter bei den 'Stimmen der Zeit' und blieb es 35 Jahre lang. Seine literarischen Fähigkeiten und Tätigkeiten sind in vielen Artikeln dokumentiert. Er bezog Stellung zu den umstrittenen Fragen der kulturellen Gegenwart. Seine Artikel waren vor allem Pionierdienst zum Verständnis der ökumenischen Bewegung. Er besaß einen ausgeprägten Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit, verbunden mit wachem Gespür für die realen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Er gilt als Fachmann für Ökumene. Um dieses Thema kreisen seine Artikel. So gehört er zu den wichtigsten geistigen Wegbereitern im Vorfeld des Dekrets über den Ökumenismus des II. Vaticanum.

Sein Hauptwerk 'Um kirchliche Einheit - Stockholm / Lausanne / Rom' erschien 1929 in Freiburg.

Sein Bemühen um die Ökumene wurde Anfang der 30-er Jahre überlagert durch seine Grundsatzartikel zum NS-Staat. Es ging ihm dabei um die Bildung des christlichen Gewissens. Er blieb bis zum Verbot der 'Stimmen' 1940 geistig engagiert in der Auseinandersetzung mit dem NS-Staat.

Wegen seiner Broschüre 'Fürchtet euch nicht - Grundsätzliche Erwägungen zur kirchlichen Lage', geriet er in einen scharfen Konflikt mit dem Regime. Diese Broschüre, die seitens der Gesellschaft Jesu und der Bischöflichen Behörde das Imprimatur hatte, wurde von der Nazi-Presse als 'Hetzschrift übelster Sorte' bezeichnet.

Nach dem Krieg betonten Pribillas Artikel die Grundhaltungen von Menschenwürde und Menschenrechten. Zwei Jahre vor seinem Tod, zum 80. Geburtstag, wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
P. Pribilla starb in München am 25. November 1956 und liegt auf dem Ordensfriedhof in Pullach begraben.

 

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