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22. November 1954 - Das Heinrich-Pesch-Haus

Schon in den 50-er Jahren haben Jesuiten in Mannheim begonnen, ein Institut für christliche Soziallehre aufzubauen. Die Anfänge in zwei Kellerräumen eines noch teilweise zerstörten Hauses waren sehr provisorisch. P. Felix zu Löwenstein war der führende Kopf dieses Bemühens.

Im Jahre 1974 zogen die Jesuiten in das neue Zentrum nach Ludwigshafen. Sie zogen aus einer großbürgerlichen Villa im vornehmen Osten von Mannheim in einen modernen Betonbau. Der Spatenstich dazu erfolgte in Anwesenheit des Generaloberen P. Pedro Arrupe aus Rom und des Ministerpräsidenten Helmut Kohl aus Rheinland/Pfalz.

Das Institut hat den Namen des Jesuiten Heinrich Pesch gewählt, des bedeutenden Kölner Nationalökonomen (* 1854 in Köln, 1926 in Valkenburg/Holland).

Das Heinrich-Pesch-Haus versteht sich als Vorhof der Kirche, als Kontaktfeld zu Kirche und Glauben, als Vorposten kirchlicher Wirksamkeit, in dem alle willkommen sind, undogmatisch und gesprächsbereit, auch jene, die der Kirche fernstehen - und das, ohne zu vergessen, dass eine kirchliche Institution klare Positionen zu vertreten hat in der argumentativen Auseinandersetzung mit Andersdenkenden.

Das HPH widmet sich auch dem interreligiösen Dialog vor allem mit den vielen Muslimen, die unter uns leben und arbeiten. In Deutschland leben circa 3 Millionen Menschen islamischen Glaubens, zwei Drittel davon sind türkischer Nationalität. Im März 1995 wurde die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee ihrer Bestimmung übergeben, eine der größten Moscheen in Deutschland mit 2.500 Gebetsplätzen. Sie ist nicht nur Gebetshaus, sondern auch soziales Zentrum. Besonders zu erwähnen ist das neu entstandene Institut für deutsch-türkische Integrationsforschung.

So ist das HPH nicht nur ein regionales Bildungshaus. Es hat sich auch mit viel Energie der europäischen Dimension geöffnet.

Das Haus ist funktional gut eingerichtet, auch mit Hotelbetrieb, und finanziell durch die Diözese Speyer und durch Rheinland-Pfalz großzügig abgesichert. Für die Trägerschaft wurde ein 'e.V.' gegründet, dem die Diözese Speyer, der Jesuitenorden und die katholischen Gesamtkirchengemeinden Ludwigshafen und Mannheim angehören.

Das Jahr 2005 brachte für die Diözese Speyer wichtige Veränderungen, bedingt durch 25% geringere Einnahmen wird die Diözese künftig nur zwei Bildungshäuser fördern. Dem Heinrich-Pesch-Haus ist die Verantwortung für die bistumseigene Akademie übertragen. Mit seinem Bildungsangebot hat es sich bereits in den vergangenen Jahren als ein Forum für angewandte Ethik und gesellschaftliche Praxis profiliert und wird diese Ausrichtung als Katholische Akademie Rhein-Neckar weiter schärfen. Zudem sehen die diözesanen Planungen vor, an das HPH ab dem Jahr 2007 einen Bereich Familienbildung anzugliedern.

 

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