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28. März 1970 - Kirschbaum Engelbert
in Rom

P. Kirschbaum entstammte einer Kölner Kaufmannsfamilie, in der alle Spielarten des rheinischen Katholizismus repräsentiert waren (Oskar Köhler). In Köln wurde er am 6. Januar 1902 geboren. Am 11. April 1921 schloss er sich dem Jesuitenorden an, den er mit Leib und Seele liebte. Er hielt streng an den Konstitutionen fest, inmitten der locker werdenden Gebräuche des Ordens.

Nach den üblichen philosophischen und theologischen Studien im Orden und einem Spezialstudium - seine Dissertation bei Wilhelm Pinder in München erhielt das Prädikat 'Summa cum laude' - wurde ihm eine Professur für christliche Archäologie und Kunstgeschichte anvertraut, seit 1929 an der Ordenshochschule Sankt Georgen in Frankfurt und seit 1939 an der Gregoriana in Rom. Inzwischen hatte er am 28. August 1931 die Priesterweihe empfangen und 1935 sein Terziat in Münster gemacht unter Leitung von P. Walter Sierp.

Ein beträchtlicher Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit war dem Petrusgrab in der Krypta von St. Peter in Rom gewidmet. 1940-1949 war er mit führend an den Ausgrabungen beteiligt. Von den Ausgrabungen 1953-1957 wurde er allerdings ausgeschlossen. Dagegen war seine Beratertätigkeit bei den Grabungen in Montecassino und in Santiago de Compostela gefragt. Die letzten Jahre seines Lebens widmete Kirschbaum der Vorbereitung des 'Lexikon der christlichen Ikonographie'.

P. Kirschbaum hat viele Auszeichnungen erfahren. Er war Ehrendoktor der Universität Dublin, Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und der Päpstlichen Archäologischen Akademie, deren Direktor er 1949-1958 war. Er bekam das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Am meisten verbunden war er der Gregoriana in Rom, deren Ruhm und Sorge ihm bis zuletzt am Herzen lagen und die ihm gegenüber im Leben und im Sterben eine beispiellose Solidarität erwiesen hat. So äußerte sich Oskar Köhler in seiner Commemoratio im Römischen Institut der Görres-Gesellschaft am 14. November 1970.

P. Kirschbaum war zwar kein Mensch klassischer Ausgewogenheit, aber er war ein harmonischer Mensch. Ihm war eine außergewöhnliche Heiterkeit und ein fast unwirkliches Vertrauen aller Welt gegenüber zu eigen. Er besaß eine Gabe der Einfühlung, stellte sie aber unter die Kontrolle seines kritischen Bewusstseins.

Am Pfingstsamstag des Jahres 1967 kündigte ein schwerer Schüttelfrost in Freiburg ein tödliches Leiden an. Am Sonntag wurde er in die Klinik nach München gebracht. Fast drei Jahre lang hat er sein Leiden gläubig und diskret mit vollem Wissen durchlebt. Er starb am 28. März 1970 in Rom und liegt im Campo Santo Teutonico begraben.

 

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