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25. März 1522 - Iņigo hält Nachtwache in Montserrat

Nach seiner schweren Verwundung in Pamplona und den Monaten seiner Rekonvaleszenz hatte Iņigo eine religiöse Umwandlung erfahren. Er will nun ein Pilger Unserer Lieben Frau sein, will seine Vergangenheit abschließen und eine geplante Wallfahrt nach Jerusalem unter dem Schutz der Madonna stellen. Neun Monate nach Pamplona verläßt er Ende Februar 1522 Loyola mit einem Maulesel. Sein priesterlicher Bruder Pedro López und zwei Diener begleiten ihn ein Stück weit. Sein Ziel ist das berühmte Bergkloster der Benediktiner in den Felswänden des Montserrat. Dieser 'zersägte Berg' ragt steil aus der katalanischen Tiefebene empor, nicht weit von Barcelona (etwa 40 Kilometer). Seit dem 9. Jahrhundert gibt es dort Einsiedeleien, zu Iņigos Zeiten etwa zwölf. Um das Jahr 1030 entstand das Benediktinerkloster in 721 m Höhe des bis 1241 m hohen Gebirges und entwickelte sich zu einem europäischen Wallfahrtszentrum, der 'Schwarzen Madonna' geweiht. Dieses Gnadenbild ist eine romanische bemalte Holzplastik vom Ende des 11. Jahrhunderts. Vom Rauch der Votivkerzen, die das Bildnis umleuchten, sind Gesicht und Hände der Madonna und des Kindes auf ihrem Schoße geschwärzt.

Einige Tage vor dem Fest Mariä Verkündigung kommt Iņigo an. Im Kloster legt er eine Generalbeichte ab. P. Juan Chanones OSB erteilt ihm die Absolution und schenkt ihm ein Exemplar von Cisneros 'Exercitatorio de la vida espiritual'. Cisneros war Abt in Montserrat von 1499 bis zu seinem Tod 1510. Mit der devotio moderna eng verbunden, führte er das Kloster zu hoher Blüte. Er wirkte ein auf die Spiritualität des hl. Ignatius.

Iņigo schenkt sein Maultier dem Kloster, gibt seine Kleidung heimlich im Halbdunkel einem Bettler, hängt seine Waffen am Eisengitter des Gnadenheiligtums als Weihegabe auf und hält in dem Büßergewand, das er am Fuß des Montserrat, in Igualada gekauft hatte, Nachtwache vor der 'Schwarzen Madonna'. Um 2 Uhr in der Nacht auf den Marienfesttag beginnt die Pilgermesse, in der Iņigo die hl. Kommunion empfängt. Als der Morgen graut, steigt der Pilger ins Tal. Er ist ein Ritter Gottes geworden.

 

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