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14. März 1535 - Iņigo erhält den Magistertitel

Als Ignatius in Paris studierte, zählte die Stadt etwa 300.000 Einwohner. Zur Universität gehörten etwa 4.000 Studierende. Es gab über fünfzig Wohngemeinschaften, Kollegien genannt (1). Ignatius wohnte zunächst privat. Am 1. Oktober 1529 zog er in das Kolleg Sainte-Barbe. An diesem Kollegsbau war ein Turm angebaut. Dort im obersten Stock bewohnte er das Turmzimmer, im dem bereits Peter Faber und Franz Xaver wohnten. Sie wurden seine ersten bleibenden Gefährten. Das Turmzimmer wurde für den wachsenden Freundeskreis gleichsam ein spirituelles Zentrum.

Seine Studien gingen gut voran. Bis Herbst 1529 verbesserte er seine Sprachkenntnisse. Dann begann er den vollen Kurs der Philosophie von dreieinhalb Jahren. Zu Beginn des Jahres 1532 legte er die Examina als Baccalaureus ab. Dann folgte das Studium der scholastischen Theologie bei den Dominikanern von Saint-Jacques, wo einst der hl. Thomas von Aquin († 1274) gelehrt hatte. Im März 1535 wurde er zum Licentiaten der Philosophie promoviert und durfte sich nun Magister nennen. Diese Promotionsurkunde enthält zum ersten Mal den Namen 'Ignatius de Loyola'. Sie wird im Ordensarchiv in Rom aufbewahrt (2).

Durch Bettelfahrten zu wohlhabenden spanischen Kaufleuten in Brügge, Antwerpen und London konnte er sein Studium finanzieren. Vor allem der Spanier Juan de Cuéllar in Antwerpen sandte ihm jährlich eine Bankanweisung nach Paris. Auch aus Barcelona kamen Gaben, so dass Ignatius noch den einen und anderen Mitstudenten unterstützen konnte.

In Paris kam auch der Freundeskreis von Ignatius zustande, der in Spanien misslungen war. Und auch in Paris waren die drei ersten Gefährten, denen Ignatius die Exerzitien gab, wieder abgesprungen. Castro wurde Kartäuser in Spanien, Peralta wurde ein reicher Domherr in Toledo und von Amador ist der weitere Lebensweg unbekannt. Erst beim dritten Anlauf hatte Ignatius Glück. Peter Faber war als erster gewonnen. Franz Xaver war der zweite. Laínez, Salmerón und Bobadilla folgten, dann der Portugiese Rodrigues.

(1) Schurhammer, S.78
(2) Matt-Rahner, S.200

 

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