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12. März 1622 - Heiligsprechung von Ignatius und Franz Xaver

Der gemeinsamen Heiligsprechung ging natürlich die Seligsprechung voraus. Für Ignatius erfolgte diese im Jahre 1609, 53 Jahre nach seinem Tod, für Xaver im 1619, 67 Jahre nach seinem Tod. Die Heiligsprechung dieser beiden wohl größten Heiligen der Gesellschaft Jesu erfolgte am 12. März 1622 zusammen mit Philipp Neri, dem fröhlichen Italiener und dem Spanier Isidor von Sevilla und Teresa von Avila, der großen Mystikerin. Alle fünf waren Spanier, nur Philipp Neri Italiener. Und alle vier waren Zeitgenossen im 16. Jahrhundert, nur Isidor von Sevilla lebte um das Jahr 600.

Die Heiligsprechung wurde vorgenommen durch Papst Gregor XV. (1621-1623). Trotz der Kürze seines Pontifikates - nicht einmal volle drei Jahre - zählt er zu den bedeutendsten Päpsten. Er war der Gesellschaft Jesu und der Missionstätigkeit der Kirche sehr zugetan und gründete die Kongregation für die Glaubensverbreitung, 'Propaganda' genannt. Papst Gregor XV. stammte aus dem Geschlecht der Ludovisi in Bologna. Er hatte seine humanistischen, philosophischen und theologischen Studien am Römischen Kolleg gemacht und eine Erziehung im Geist der katholischen Reform genossen.

Ordensgeneral war damals der Römer Mutius Vitelleschi (1615-1645), der dreißig Jahre lang dieses Amt innehatte. Nur Aquaviva amtierte noch etwas länger, nämlich vierunddreißig Jahre. Vitelleschi hat das Ereignis der Heiligsprechung in einem Gemälde festhalten lassen, das in der Sakristei der Kirche Il Gesù zu sehen ist. Es zeigt Gregor XV. auf dem päpstlichen Thron in der Apsis von St. Peter. Vor ihm der Staatssekretär Kardinal Ludovisi, ein Neffe des Papstes, damals erst 26 Jahre alt, der vom Papst die Einfügung der neuen Heiligen in das offizielle Verzeichnis der Heiligen erbittet. Im Vordergrund rechts kniet der Jesuitengeneral mit seinen vier Assistenten.

Es sei auf ein Dreifaches im Bereich der vielfältigen Kunst hingewiesen:
1. Die Grabstätte des hl. Ignatius wurde nun endgültig im linken Querschiff der Kirche Il Gesù gestaltet. Der Altar über dem Grabe mit den Säulen aus Lapislazuli und vergoldeter Bronze gilt als Meisterwerk der Barockkunst. Die Silberstatue des Heiligen schuf Pierre Legros 1677, einer der großen Meister aus dem Kreis von Bernini.
2. Das Deckengemälde in der Kirche S. Ignacio, das Bruder Andrea Pozzo geschaffen hat (1694). Als Motiv diente ihm die Vision des hl. Ignatius in La Storta.
3. Die Kirche und das Kolleg im spanischen Loyola. Die berühmte Silberstatue des Heiligen in der Basilika zu Loyola. Der Finger des Heiligen deutet auf den Wahlspruch O.A.M.D.G. (Omnia Ad Maiorem Dei Gloriam).

Diese drei bedeutenden künstlerischen Gestaltungen waren nicht nur Folgen der Heiligsprechung sondern zugleich auch Ereignisse in Verbindung mit dem hundertjährigen Jubiläum des Ordens im Jahre 1640. Die Heiligsprechung 1622 hat eine große Welle von Begeisterung und Auftrieb und Zuversicht ausgelöst.

 

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