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3. März 1908 - Cornely Rudolph
in Trier

Rudolf Cornely wurde am 19. April 1830 zu Breyell im Rheinland geboren. Am 15. Oktober trat er zu Münster in die Gesellschaft Jesu ein. Nach der üblichen Ausbildung erwarb er drei Jahre lang Spezialkenntnisse durch Studien in Syrien, Palästina und Ägypten, die in Paris ihren Abschluss fanden.

1867-72 dozierte er Exegese im Studienhaus des Ordens in Maria Laach. 1872-79 wirkte er als Schriftleiter der 'Stimmen aus Maria Laach', die wegen des Kulturkampfer in Deutschland 1973 auf einem Schloss der Familie Robiano in Tervueren bei Brüssel eine Zufluchtsstätte gefunden hatte. Die Absicht war, eine Zeitschrift zu publizieren, die, ähnlich wie die 'Civiltà cattolica' in Italien, zu den wichtigen Fragen von Weltanschauung und sozialem Leben Stellung nimmt. Das erste Heft erschien am 15. Juli 1871. Die Schriftleitung wechselt noch mehrmals über die Standorte Blyenbeck, Exaten, Luxembourg, Valkenburg, bis sie während des 1. Weltkrieges 1915, noch bevor das Jesuitengesetz gefallen war, in München ein neues Domizil fand.

1873 gründete Cornely mit tüchtigen Mitarbeitern wie Knabenbauer, Hummelauer, Spillmann, Ehrle und anderen die Zeitschrift 'Katholische Missionen'. 1879-89 dozierte er als Professor der Exegese an der Gregoriana in Rom. Auf seine Anregung hin erfolgte 1885 die Gründung des 'Cursus Scripturae Sacrae' zu dem Cornely selbst drei Einleitungsbände schrieb und Kommentare zum Römerbrief, zu den Korintherbriefen und dem Galaterbrief. Seinen Kommentar zum Buch der Weisheit hat später (1910) P. Franz Zorell herausgegeben.

Durch seine Werke hat Cornely bestimmend auf die katholische Bibelwissenschaft eingewirkt. Sie haben auch heute noch mehr als historische Bedeutung. Seit 1882 lebte Cornely in Blyenbeck (Niederlande). 1902 kam er zur Behandlung seines Augenleidens nach Trier, das zwei Operationen erforderlich machte. 1908 starb er dort.

 

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