English Version

24. Mai 1542 - Unsere Liebe Frau vom Wege

Als Ignatius mit Faber und Laínez 1537 nach Rom kam, hatte er im Zentrum der Stadt, nahe beim Kapitol ein kleines Marienkirchlein mit einem Gnadenbild der 'Madonna della Strada' entdeckt und ins Herz geschlossen. Immer wieder hat er Patres beauftragt, dort das hl. Messopfer zu feiern. Sehnsüchtig hoffte er auf eine Gelegenheit, dieses Kirchlein zu erwerben. Es war nicht besonders schön, aber ideal gelegen als Ausgangspunkt für die seelsorgliche Tätigkeit in der Stadt.

Diese Gelegenheit ergab sich mit Hilfe von P. Codacio, der am 19. August 1540 dieses Anwesen in ewiger Erbpacht erworben und am 18. November das Pfarrbenefiz von S. Maria della Strada erlangt hatte. Codacio betrieb bei der Familie Camillo Astalli, der Eigentümerin dieses Komplexes, die Übertragung der Kirche mit dem Gnadenbild an den jungen Orden. Am 15. Mai 1542 wurde Ignatius feierlich in den Besitz des Heiligtums eingeführt, während die Pfarrseelsorge nach S. Marco verlegt wurde. Es war die erste Kirche im Besitz der Jesuiten.

Anfang Februar 1541 waren die ersten Patres vom Frangipanihof in ein altes, enges Haus dem Kirchlein gegenüber umgezogen, gemietet für dreißig Scudi jährlich. Aus diesen Anfängen erwuchs durch Abriss und Neubau das Professhaus und die Kirche Il Gesù. Erst unter Francisco de Borja, dem dritten General des Ordens, wurde am 20. Juni 1568 der Grundstein für die Ausführung von Il Gesù gelegt. Baumeister war Jacopo Vignola, der Nachfolger von Michelangelo. Der Bau zog sich 16 Jahre hin bis 1584.

Vignola war mittlerweile gestorben (1573). Giacomo della Porta war der letzte und bedeutendste Baumeister. Il Gesù gilt als Meisterwerk des Barock im formvollendeten Ineinanderfließen von Architektur, Plastik und Malerei.

In dieser Kirche ist vorne links der Grabaltar des hl. Ignatius von Loyola. Recht daran wird das Gnadenbild der Madonna della Strada verehrt. Im Professhaus der Jesuiten direkt neben Il Gesù werden noch die drei Zimmer, die Ignatius bewohnte, in ihrer ursprünglichen Form gezeigt. Nur die Wände sind mit Seidentapeten ausgeschlagen.

Zum Bau von Il Gesù haben viele Spender beigetragen. Der Hauptmäzen war Kardinal Alessandro Farnese (gestorben Anfang März 1589). Farnese war Vizekanzler, der seit 1538 die Staatsgeschäfte führte. Durch volle fünfundfünfzig Jahre gehörte er dem Hl. Kollegium an. An sieben Konklaven hat er teilgenommen, des öfteren in der Rolle des 'Papstmachers'. Er war 'der große Kardinal', der an Erfahrung und Einsicht und Freigebigkeit und Mildtätigkeit für die Armen unübertroffen war. Ungemein reich, war er der Kunst und den Wissenschaften und Humanisten zugetan. Der jungen Gesellschaft Jesu war Farnese ein großzügiger Förderer und einflussreicher Berater. Ihm verdankt der Orden seine Hauptkirche Il Gesù und das römische Professhaus.

 

[zurück zu P. Otto Syres SJ - Kalendarium]

Link to 'Public Con-Spiracy for the Poor'