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16. Mai 1657 - Bobola Andreas
in Janow bei Pinsk

Andreas Bobola entstammte einer Adelsfamilie, die um 1300 aus Böhmen nach Polen ausgewandert war. In Sandromir wurde Andreas im Jahre 1592 geboren. In Sandromir war er Schüler des Jesuitenkollegs. Sein Eintritt in den Orden erfolgte am Ignatiusfest, am 31. Juli 1611 zu Wilna. Seine Familie hatte das Noviziat in Wilna gestiftet.

Nach seiner Priesterweihe am 12. März 1622 entfaltete er eine opfervolle und erfolgreiche Tätigkeit als Prediger, Volksmissionar und Kongregationsleiter. Ganze Ortschaften wurden durch ihn wieder katholisch. So erregte er einen wachsenden Hass der schismatischen Kosaken. Wo immer diese durch das Land zogen hinterließen sie Brände und Verwüstungen. Der Erzbischof von Polock fiel ihnen zum Opfer. Er verblutete an ihren Messerstichen. Viele Ordensleute erlitten einen blutigen Tod, darunter 30 Jesuiten.

Im Jahre 1657 näherte sich eine Horde Kosaken der Stadt Pinsk. Die Patres und Brüder des Kollegs mussten fliehen. Bobola flüchtete ins nah gelegene Janow. Dort entdeckte man ihn. Die Kosaken versprachen, ihn zu schonen, wenn er das Schisma annehme. Auf seine Weigerung entbrannte die ganze Wut der Fanatiker. Die ausgesuchten Foltern, mit denen sie Bobola zu Tode quälten, gehören zu den grausamsten in der Geschichte der Martyrer. So vollendete Bobola am 16. Mai 1657 sein Zeugnis für den katholischen Glauben.

Nach Abzug der Kosaken wurde sein Leichnam in der Kollegskirche von Pinsk bestattet. Im Jahre 1922 raubten ihn die Bolschewisten und brachten ihn in das medizinische Museum nach Moskau.

Zwei amerikanischen Jesuiten, Mitgliedern der Päpstlichen Hilfsaktion zur Linderung der russischen Hungersnot, gelang es, die Sowjets zu bewegen, dem Papst mit der kostbaren Reliquie ein Geschenk zu machen. Unter mancherlei Abenteuern brachte P. Galagher SJ 1923 den Martyrerleib im Diplomatengepäck nach Rom. Pius XI. ließ ihn zunächst in einer Kapelle des Vatikan aufbewahren und im Mai 1924 feierlich in die Kirche Il Gesu überführen, wo er neben dem Altar des hl. Franz Xaver ruht.

Die Seligsprechung von Andreas Bobola erfolgte unter Papst Gregor XVI. am 30. November 1835.

 

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