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1. Mai 1946 - St. Blasien im Hochschwarzwald

In St. Blasien gab es ein über tausend Jahre altes Benediktinerkloster, das durch die Säkularisation im Jahre 1806 aufgelöst wurde. Danach diente es einer Spinnerei AG, die 1931 bei der deutschen Wirtschaftskrise in Konkurs geriet, so dass es zum Kauf angeboten wurde.

Zeitgleich war es unmöglich, die deutsche Abteilung des weltberühmten Kollegs 'Stella matutina' in Feldkirch (Vorarlberg) aufrecht zu erhalten. Hitler hatte die 1000-Mark-Sperre über Österreich verhängt. Jeder deutsche Schüler hatte beim Grenzübertritt nach Österreich eine Taxe von 1000 Reichsmark zu entrichten.

Die Süddeutsche Ordensprovinz suchte nun die Situation aufzufangen, indem sie St. Blasien erwarb, um dort ein eigenes Kolleg zu errichten. Das war sehr mutig, denn man musste doch annehmen, dass es zu Schwierigkeiten mit der Nazi-Regierung kommen würde. So geschah es auch. Im Dezember 1938 verfügte das Reichsunterrichtsministerium in Berlin für den kommenden Schuljahrsabschluss die Aufhebung der neuen Schule.

Am 1. Mai 1946 wurde das Kolleg feierlich neu eröffnet. Allerdings nach schmerzhaften Verlusten der Provinz. Zwei Patres waren von den Nazis zum Tode verurteilt und hingerichtet worden: P. Alfred Delp und Alois Grimm; und über hundert Mitglieder des jungen Nachwuchses waren im Krieg gefallen. Das Kolleg in St. Blasien hat viele Priester und Ordensleute gebracht.

Jahrbuch 1963/64, S.83

 

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