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25. Juni 1562 - Jesuiten in Innsbruck

Tirol war in der Reformation treu katholisch geblieben. Canisius schrieb an P. General Laínez: 'Das Tirolerland ist besser katholisch als irgend ein anderes Gebiet deutscher Sprache. Innsbruck sollte ein Bollwerk des katholischen Geistes sein.' Um dieses Anliegen zu stützen, stiftete Kaiser Ferdinand I. dort ein Jesuitenkolleg. Es wurde am 25. Juni 1562 mit einer Schule eröffnet und in den folgenden Jahrzehnten zu einer Akademie für Philosophie und Theologie ausgebaut.

Aus dem Kolleg, das bis zur Aufhebung des Ordens 1773 geführt wurde, ist im 17. Jahrhundert die Universität Innsbruck hervorgewachsen, mit den vier klassischen Fakultäten Theologie, Philosophie, Jus und Medizin. Das war im Jahre 1777. Nach einer wechselvollen Geschichte (Aufhebung des Ordens 1773 und Auflösung der Universität 1782) kam es 1826 zur Neugründung der Universität und 1857 der Theologischen Fakultät. 1934 wurden durch ein Konkordat die Beziehungen zwischen Österreich und dem Vatikan rechtsverbindlich festgelegt.

Nach dem 'Anschluss' Österreichs an das Deutsche Reich unter Hitler, wurde 1939 die Theologische Fakultät aufgehoben, aber gleich nach Kriegsende wieder neu errichtet. Die Kirche, die 1943 durch Bomben zerstört war, ist wieder aufgebaut und das stark beschädigte Kollegsgebäude renoviert worden.

Schon bald kamen Theologiestudenten aus vielen Ländern, auch aus Übersee. Innsbruck hatte und hat eine weltweite Ausstrahlung. Bedeutende Professoren lebten in Innsbruck, wie der Tiroler Joseph Jungmann, die beiden Patres Hugo und Karl Rahner, der Exeget P. Gächter und andere. Bei der Eröffnungsfeier der Theologischen Fakultät nach dem Krieg am 6. Oktober 1945 hielt der neue Dekan, P. Hugo Rahner, eine fulminante Rede zum Thema 'Christlicher Humanismus und Theologie'.

Neben vielen Publikationen ist das Archiv P. Jungmann zu beachten, das vom Institut für Liturgiewissenschaft verwaltet wird und das Archiv Karl Rahner, das der Oberdeutschen Ordensprovinz anvertraut wurde und von P. Neufeld betreut wird. P. Karl Rahner dozierte in Innsbruck fast 20 Jahre lang und verbrachte im Kolleg seine letzten Lebensjahre. Er ist beigesetzt in der Krypta der Universitätskirche.

Jahrbuch 62/63, S.90

 

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