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5. Juni 1556 - Ignatius errichtet zwei deutsche Provinzen

Nur 8 Wochen vor seinem Tod hat Ignatius am 5. Juni 1556 die Oberdeutsche und am 7. Juni die Niederdeutsche Provinz errichtet. Die Oberdeutsche Provinz, zu der auch Österreich und Böhmen gehörte, unterstellte er der Leitung von Petrus Canisius. Sie zählte etwa 150 Mitglieder. Bis zum Jahre 1600 stieg die Zahl auf etwa 350 Mitglieder. Schon 1563 trennte Laínez die Häuser Innsbruck, Wien, Prag und Tyrnau und errichtete die österreichischen Provinz mit Lanoy an der Spitze.

Die Niederdeutsche Provinz, die auch Belgien und die Niederlande umfasste, unterstellte Ignatius der Leitung von Bernard Oliverius. Dieser starb aber bereits am 4. September 1556, bevor er sein Amt antreten konnte. An seiner Stelle ernannte Laínez den eigentlich ersten Provinzial Everhard Mercurian, den späteren 4. General der Gesellschaft (1573-1580). Er stammte aus Marcour in belgisch Luxemburg und war 1548 mit 34 Jahren zu Paris in den Orden eingetreten. Ignatius hatte ihn zum Rektor des Kollegs in Perugia ernannt. Bei Gelegenheit der Generalswahl von Francisco de Borja wurde er Assistent für Deutschland. Als er starb, zählte der Orden in 21 Provinzen ca. 5000 Mitglieder.

Laínez trennte 1564 von der Niederdeutschen Provinz die Häuser in Köln, Mainz und Trier als rheinische Provinz ab, die im Jahre 1620 wieder geteilt wurde in die oberrheinische und niederrheinische Provinz.

Um 1630 bestanden fünf deutschsprechende Provinzen:

    die Niederrheinische (406 Mitglieder)
    die Oberrheinische (434)
    die Oberdeutsche (820)
    die Österreichische (725)
    die Böhmische (600)

Bis 1700 waren die Mitgliederzahlen meist stark angestiegen:

    Niederrheinische (772)
    Oberrheinische (497)
    Oberdeutsche (1060)
    Österreichische (1772)
    Böhmische (1239)

Seit 1853 gab es nur eine deutsche Provinz, die am 2. Februar 1921 in die Oberdeutsche und Niederdeutsche Provinz geteilt wurde. Zur Niederdeutschen Provinz gehörten auch Skandinavien, Litauen und die Missionsstationen in Japan. Der Verwaltungsbereich der Oberdeutschen Provinz erstreckte sich auch auf Vorarlberg mit dem bedeutenden Kolleg Stella Matutina in Feldkirch und dem Noviziat und Exerzitienhaus in Tisis.

Von der Niederdeutschen Provinz wurde am 2. Februar 1931 die Ostdeutsche Provinz mit Sitz in Berlin abgetrennt. Sie umfasste die Häuser jenseits der Elbe. Die Wiedervereinigung der Ostdeutschen und der Niederdeutschen zu Norddeutschen Provinz erfolgte am 1. Januar 1978.

 

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