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1. Juni 1937 - Hoffmann Herman
ćin Tokio

Er wurde am 23. Juni 1864 in Elberfeld geboren. Seine große Begabung zeigte sich in der Schule. Er stand immer an der Spitze der Klasse.

Im Herbst 1880 trat er zu Exaten (Niederlande) in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein, erst 16 Jahre alt. Novizenmeister war P. Meschler, den er zeitlebens sehr verehrte, wenn er auch nicht immer in allen Punkten mit ihm übereinstimmte. Hermann war ein fröhlicher Scholastiker, bei Scherzen immer beteiligt, bei allen sehr beliebt. So beurteilte ihn ein Mitbruder aus dem gleichen Jahrgang. Latein und Griechisch waren seine Lieblingsfächer. Noch später in Japan erinnerte er sich an die klassischen Übersetzungen des P. Gietmann. Nach dem Juniorat in Wynandsrade kam er 1885-1889 als Magister nach Feldkirch, danach für 3 Jahre ins Philosophiestudium nach Exaten. Während der Theologie in Ditton Hall (England) wurde er am 30. Juni 1895 zum Priester geweiht.

Nach dem Terziat in Tisis (Vorarlberg), war er von 1902 bis 1909 als Philosophieprofessor tätig. 1909 wurde er nach München geschickt, kaum dort, bekam er ein Telegramm, das ihn nach Tokio beorderte. Er reiste nach Valkenburg zurück, um sich auf Japan vorzubereiten. Am 24. Februar 1910 kam er in Tokio an. Bereits am 18. Oktober dieses Jahres wurde er zum Superior unserer Niederlassung ernannt. Seine Aufgabe war es nun, von der Regierung die Erlaubnis für eine Universität zu erlangen und einen passenden Bauplatz für die Schule zu finden. Nach vielen Schwierigkeiten und Komplikationen gelang schließlich beides. Nur der natürliche Optimismus und übernatürliche Gottvertrauen des P. Hoffmann überwanden alle Hürden. So gilt P. Hoffmann als Gründer der Sophia-Universität. 24 Jahre lang hat er sie geleitet, bis zu seienm Tod. 16 Jahre war er Oberer in Tokio und 5 Jahre der Mission in Hiroshima.

Der 1. Weltkrieg brachte die Entwicklung unserer Bildungseinrichtungen in Japan zum Stillstand. Auch durch Erdbeben (1923) entstanden große Schäden. Von Deutschland war keine Hilfe zu erwarten. Es war nach dem 1. Weltkrieg verarmt. Amerika half.

P. Hoffmann war eine starke Persönlichkeit, eine imponierende Gestalt, ein gern gesehener Gesellschafter, würdevoll und Vertrauen erweckend, ein interessanter Erzähler, anpassungsfähig und überall willkommen. Gewiss, er hatte manche Eigenheiten, wie wohl alle markanten Persönlichkeiten. Mit wachsendem Alter war er viel in der Kapelle. Er sagte: Die hl. Messe muss unser größter Schatz sein. Von Devotiönchen hielt er nicht viel, aber den hl. Antonius verehrte er sehr. Sein Liebe zu Deutschland und zur Gesellschaft Jesu war ungebrochen groß. Wenn einer sich negativ äußerte, konnte er sehr ungehalten werden. Gegen die Untergebenen war er großzügig, gönnte jedem seine Freude. Gegen Notleidende jeder Art war freigebig. Manchen Studenten hat er das Schulgeld erlassen. Sehr gastfreundlich nahm er sich der vielen Besucher aus dem Ausland an. Gesundheitlich hatte er eine starke Konstitution. Krank war er wenig und war zufrieden, wenn er viel Arbeit aufgeladen bekam. Sein Humor hatte immer neue Anekdoten und Geschichten auf Lager.

Gegen Ende seines Lebens plagte ihn die Müdigkeit mehr und mehr. Im Spital hoffte er noch auf Genesung. Bis zu seinem Tod war er im vollen Besitz seiner Geisteskräfte. Ohne großen Schmerz und ohne schweren Todeskampf verließ er das zeitliche Leben am 1. Juni 1937 in Tokio.

1. Jahrbuch 2000, S.163
2. Mitteilungen aus den deutschen Provinzen Nr. 107
1939, Erinnerungen von P. Robert Keel

 

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