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31. Januar 1615 - Tod von P. General Aquaviva

Eine große Zeit für die Gesellschaft Jesu waren die Jahre zwischen Ignatius' Tod und dem Tod des Neapolitaners Claudius Aquaviva, dem fünften General des Ordens. Die Gesellschaft Jesu war führend in der Wissenschaft, in der Literatur und in der Pädagogik. Sie beherrschte die Katheder, die Beichtstühle, die Akademien. Sie beherrschte damit einen beachtlichen Teil der Schlüsselstellungen zur öffentlichen Meinung.

In dieser Zeit waren Laínez und Salmerón Sonderbeauftragte auf dem Konzil von Trient. Sie hatten entscheidenden Einfluss auf die Beschlüsse.
In dieser Zeit kam es zur intellektuellen Erneuerung der katholischen Stellung durch Suarez und Bellarmin.
In dieser Zeit kam das pädagogische Werk von Nadal zu Ergebnissen.
In dieser Zeit erfolgte die Wiedergewinnung von halb Deutschland durch Petrus Canisius.

Der Protestantismus beherrschte damals den Norden Europas und der Katholizismus den Süden. Beide Seiten hatten große Talente. Und beide Seiten waren in mancherlei Irrtümer verstrickt. Zu Beginn schien der Protestantismus die weitaus besseren Chancen zu haben, aber den Sieg trug schließlich Rom davon.

Aquaviva war vierunddreißig Jahre General des Ordens. Von besonderer Bedeutung für die kulturelle Entwicklung Europas war die von ihm veranlasste 'Ratio studiorum' 1586, die als programmatisches Werk anerkannt ist.

Aquaviva starb in Rom am 31. Januar 1615.

 

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