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26. Januar 1975 - Jungmann Andreas Joseph
in Innsbruck

P. Jungmann stammte aus Südtirol. Geboren war er am 16. November 1889 in Sand in Taufers, Provinz Bozen. Er studierte in Brixen im damals Fürstbischöflichen 'Vincentinum'. Dort empfing er 1913 die Priesterweihe.

Nach vier Jahren Kaplanszeit in zwei österreichischen Pfarreien, wurde er 1917 Jesuit. Nach dem Noviziat ergänzte er in Innsbruck seine philosophischen und theologischen Studien. In München und in Wien studierte er Pädagogik, um sich auf den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Innsbruck vorzubereiten, deren Rektor er später (1953) wurde.

1934 übernahm er als ordentlicher Professor die Nachfolge von P. Gatterer auf dem Lehrstuhl für Pastoraltheologie. Über Jahrzehnte dozierte er Pädagogik, Katechetik und Liturgiewissenschaft. Für die Liturgieentwicklung unseres Jahrhunderts hat er Entscheidendes geleistet.

Im Jahre 1936 erschien sein Buch 'Die Frohbotschaft und unsere Glaubensverkündigung'. Es fand Kritik bei der Glaubenskongregation in Rom und wurde vom Orden aus dem Handel gezogen. Erst 1963 erschien eine überarbeitete zweite Auflage unter dem Titel 'Glaubensverkündigung im Lichte der Frohbotschaft'. Sein Hauptwerk 'Missarum sollemnia' hat in den Jahren 1948-1962 fünf Auflagen gehabt und ist in allen großen Sprachen verbreitet.

Höhepunkt seiner Tätigkeit ist die Promulgation der Konzilsdokumente.

In den Jahren 1927-1963 war er (mit Unterbrechungen) Hauptschriftleiter der Innsbrucker 'Zeitschrift für katholische Theologie'. Als Mitglied der Deutschen und Österreichischen liturgischen Kommission zeigte sich seine hervorragende Kompetenz, ebenfalls als Konsultor der Ritenkongregation.

P. Jungmann war ein selbstloser und bescheidener Mensch, ein fleißiger und zäher Arbeiter, ein Mann voll Güte und Geduld, mit der Kirche eng verbunden. Ein hartes Wort über die Kirche oder über den Orden ist von ihm nicht bekannt. Seine Aufgabe sah er in einer lebendigen Feier der heiligen Messe erfüllt.

Jahrbuch 1975/76, S.133
Canisius, 1/1964, 3. Folge, S.13

 

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