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24. Januar 1863 - Jesuiten in Maria Laach
1863-1872

Die Benediktinerabtei Maria ad lacum wurde im Jahre 1093 gegründet. Die dreischiffige Pfeilerbasilika ist ein hervorragendes Zeugnis romanischer Baukunst. Sie wurde 1156 eingeweiht.
Im Jahre 1802 wurde die Abtei durch die französische Regierung aufgehoben. Die Kirche kam in Staatsbesitz bis 1924. Am 24. Januar 1863 kauften die Jesuiten Maria Laach, um dort ein Collegium Maximum zu errichten. Vier Tage darauf erfolgte bereits der Einzug der Jesuiten in das neu erworbene Kloster. Anfang Mai 1863 reisten die jungen Philosophiestudenten aus Aachen an. P. Provinzial Antonius Anderledy kam ihnen ein Stück des Weges entgegen. Im September kamen die Theologen aus Paderborn. Nach dem Catalog vom 1. Oktober 1863 lebten in Laach 41 Patres, 111 Scholastiker und 25 Brüder. Hinzu muss man noch 14 Ordensleute rechnen, die zur Niederlassung auf dem Kreuzberg bei Bonn gehörten. Die meisten davon studierten an der Universität in Bonn. Sie waren Maria Laach angegliedert.

Von 1863 bis 1870 war in Maria Laach auch das Provinzialat der deutschen Ordensprovinz untergebracht. Bald erhielt das Kolleg internationales Kolorit. Wegen der kirchenpolitischen Spannungen in Italien kamen 23 Italiener, 5 Spanier und 6 Franzosen zum Studium nach Maria Laach.

Während der wenigen Jahre der Jesuiten im Collegium Lacense haben sie spirituell und durch Ausbau der Gebäude und reiche publizistische Tätigkeit viel erreicht. 1870 wurden die 'Stimmen aus Maria Laach' gegründet.
Fischzucht, eine Brauerei und eine Villa jenseits des Sees am östlichen Ufer bereicherten das Leben. Auch die Anfänge des Seehotels waren durch die Patres motiviert und eine Marienstatue auf der Insel im See.
1865 wurde eine Gruft unter der Josefskapelle eingerichtet. Dort ruhen 14 Mitglieder des Ordens.
Neben dem Studienhaus wurde das Kolleg ein Seelsorgezentrum von wachsender Bedeutung. Umso schmerzlicher war das 'Jesuitengesetz' vom 5. Juli 1872, durch das die Tätigkeit der Jesuiten in Deutschland verboten und die Mitglieder des Landes verwiesen wurden.
Die Aufhebung des Jesuitengesetzes und damit die Heimkehr aus der Verbannung, erfolgten im Jahre 1917 während des 1. Weltkrieges.

 

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