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19. Januar 1565 - Laínez Diego
in Rom

Laínez stammte aus Almazán im Königreich Kastilien, dem Herzen Spaniens. Seine Vorfahren waren vor fünf Generationen noch Juden gewesen. Geistig und wissenschaftlich war er Ignatius wegen seiner Kenntnisse in der scholastischen Philosophie und Theologie ohne Zweifel weit überlegen. Seine klare, kühle und scharfsinnige Intelligenz zeigte sich besonders auf dem Konzil von Trient. In jeder der drei Phasen des Konzils (1546 - 1551 - 1562) wurde seine geschickte Behandlung der schwierigsten Fragen der Rechtfertigung, der Eucharistie und der Jurisdiktion von Freunden und Gegnern bewundert. Der hl. Dominikanerpapst Pius V. ( 1572) nannte Laínez 'die beste Lanze', welche die Kirche zu ihrer Verteidigung gehabt hat.

Am Tage da Ignatius starb, am 31. Juli 1556, war Laínez als einziger von den ersten Gefährten im Professhaus zu Rom. Schwere Fieber hatten ihn seit einer Woche befallen. Die Ärzte hatten kaum noch Hoffnung für sein Leben. Am 1. August empfing er die hl. Ölung. Danach kam die Wende zur Besserung. So wählten die Mitbrüder ihn zum Generalvikar des Ordens. Er berief die Generalkongregation, die den neuen General wählen sollte, auf den November 1556 nach Rom ein. Tatsächlich kam sie erst nach fast zwei Jahren zustande, nämlich nach dem Friedensschluss zwischen Spanien und dem Apostolischen Stuhl.
Sie begann am 19. Juni 1558. Von den zwanzig Teilnehmern waren zehn Spanier und drei Portugiesen. Zu den sieben übrigen gehörte auch Petrus Canisius, der ausersehen war, den feierlichen Wahlakt am 2. Juli durch eine lateinische Ansprache an die Wähler einzuleiten. Hierauf zog sich Kardinal Pedro Pacheco, der als Vertreter des Papstes erschienen war, zurück. Bereits im ersten Wahlgang erhielt Laínez die klare Mehrheit, nämlich 13 Stimmen. Brot, Delanoy und Francisco de Borja erhielten je eine Stimme und Nadal vier Stimmen.

Am 6. Juli hatten der neue General und das Wahlgremium Audienz bei Papst Paul IV., der sie sehr liebevoll aufnahm und in einer langen Ansprache das vortreffliche Wirken der Gesellschaft hervorhob.

Umso überraschender und enttäuscht waren alle, als der Papst sich weigerte, die Konstitutionen anzuerkennen. Er forderte per Dekret die Einführung des Chorgebetes und eine Begrenzung der Amtsdauer des Generals auf etwa drei Jahre.
Die Gesellschaft Jesu unterwarf sich demütig, aber nicht ohne durch ein Memorandum an den Papst auf die gebilligten Ausnahmen hinzuweisen. Dieses Memorandum unterschrieben alle Professen außer Laínez.

Durch Laínez hat das Wirken der SJ eine Veränderung erfahren, die Ignatius ursprünglich nicht gewollt hatte. Ignatius wollte eine mobile Gesellschaft. Die Kollegien, die Laínez 'erfand', verlangten dagegen Stabilität und Kontinuität. Man kann darüber staunen, wie schnell und mit welchem Elan Ignatius selbst und seine Mitarbeiter die Umstellung vollzogen haben.

Laínez hat auch 1558 die Assistenzen eingeführt, nämlich vier große Verwaltungsbezirke, die sich als große Hilfen erwiesen: die spanische unter P. Polanco, die portugiesische unter P. González, die italienische unter P. de Madrid und die deutsche unter P. Nadal.

Am 19. Januar 1565 starb Laínez in Rom im Alter von erst 53 Jahren. Sein schonungsloser Einsatzeifer hatte seine Kräfte gebrochen. In den neun Jahren seit Ignatius' Tod waren die Mitglieder des Ordens von 1000 auf 3500 angestiegen. Sie verteilten sich nunmehr von zwölf auf achtzehn Provinzen und zweiundsiebzig auf hundertdreißig Häuser.

 

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