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18. Januar 1892 - Anderledy Anton Maria
23. General der Gesellschaft Jesu
in Fiesole bei Florenz

Geboren am 3. Juni 1819 zu Berisal bei Brig in der Schweiz. Sein Vater war Postmeister im Hotel de la Poste auf der Passstraße des Simplon.
Anton Maria studierte am Jesuitenkolleg zu Brig und trat am 5. Oktober 1838 in den Orden ein. Nach seinen Studienjahren in Rom, Fribourg, Chambery und St. Louis (Nordamerika), wohin ihn die Verfolgung des Ordens 1848 geführt hatte, wurde er dort am 19. September 1848 zum Priester geweiht. 1850 kehrte er nach Europa zurück, machte sein Terziat in Tronchiennes (Belgien) und wirkte kurze Zeit als Volksmissionar in Süddeutschland. Von 1853 an war er als Oberer tätig, zuerst in Köln, dann in Paderborn. 1859-1865 war der Provinzial der deutschen Ordensprovinz. Während dieser Zeit erwarb der Orden Maria Laach als Studienhaus. Dort wurde Anderledy 1869 Rektor, aber schon im Jahr darauf wurde er nach Rom gerufen als Assistent, als Nachfolger des verstorbenen P. Pierling.

Die Gegner des Ordens und der Kirche hatten im Anschluss an das Vaticanum I mit dem Dogma der Unfehlbarkeit der Kirche einen unerbittlichen Kampf angesagt. Der Ordensgeneral musste mit seinen Assistenten das Professhaus in Rom verlassen. Er fand in Fiesole einen vorläufigen Zufluchtsort.

Die 23. Generalkongregation wählte Anderledy am 24. September 1883 zum Generalvikar cum iure successionis für P. General Beckx, der im Jahre darauf, am 11. Mai aus Gesundheitsgründen nach 28 Jahren abdankte. Am 4. März 1887 starb P. Beckx und Anderledy trat das Amt als neuer General an, das er noch fünf Jahre ausübte.

Anderledy war eine kraftvolle Persönlichkeit. Er setzte sich für den alten Geist männlicher Treue zu Papst und Kirche ein, drängte auf den scholastischen Geist im Sinne des hl. Thomas von Aquin, suchte mitten in den Verfolgungen den Ordensgeist zu pflegen und förderte die wissenschaftliche und schriftstellerische Tätigkeit.

P. Becher schreibt im Lexikon für Theologie und Kirche: Anderledy 'suchte in seiner Amtsführung herbe Männlichkeit und grössere Strenge in Lebensweise und Anschauung zu fördern im Gegensatz zu Liberalismus und äußerem Zeitgeist.'

Papst Leo XIII. schätzte Anderledy sehr hoch und bestätigte die Vollmachten und Privilegien des Ordens durch sein Breve 'Dolemus inter'.

Die Zahl der Jesuiten stieg unter Anderledy von 11.840 auf 13.275 Mitglieder.

 

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