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27. Februar 1931 - Wasmann Erich
in Valkenburg

Sein Vater Rudolf Friedrich war Maler, der aus Hamburg stammte. Mit 24 Jahren siedelte er nach München über, lebte einige Jahre in Rom, wo er sich den Nazarenern anschloss. Seit 1840 wurde Meran seine neue Heimat. Dort starb er im Jahre 1886 im Alter von 81 Jahren.
Wasmann malte Portraits und Landschaftsbilder. In der Hamburger Kunsthalle hängt ein Bild von ihm 'Frühschnee in Meran'. Ein Foto dieses Bildes bringt der große 'Brockhaus'.

In Meran wurde am 29. Mai 1858 auch sein Sohn Erich geboren, der am 29. August 1875 in Holland in die Gesellschaft Jesu eintrat und am 27. Februar 1931 in Valkenburg (Holland) starb.

Wegen einer Lungen-Tuberkulose musste er sich viel im Freien aufhalten. Das führte ihn zur Beobachtung und zum Studium des Lebens der Ameisen. Später dehnte er seine Studien auch auf die Termiten aus.

Im Jahre 1888 empfing er die Priesterweihe und studierte anschließend in Prag Zoologie (1890/92). Danach lebte er ganz seinen Forschungen in Exaten, Luxemburg und Valkenburg. Sie machten ihn zu einem bedeutenden Entomologen und Tierpsychologen.

Wasmann wurde der geistige Führer der Katholiken in biologischen Fragen. Er war Mitinitiator der naturwissenschaftlichen Sektion der Görres-Gesellschaft. Als erster katholischer Geistlicher trat er weit vor Teilhard de Chardin öffentlich für die Descendenz- und für Darwin's Selektionstheorie ein. Dabei wurde er von der kulturkampfgeprägten katholischen Kirchenleitung kritisch beobachtet. Wasmann erbrachte den Nachweis, dass und inwiefern die neuesten Erkenntnisse der Naturwissenschaften mit der christlichen Weltanschauung in Einklang stehen.

Wasmann hat über siebenhundert wissenschaftliche Schriften hinterlassen. Das Naturwissenschaftliche Museum in Maastricht mit Wasmanns Myrmekophilen Sammlung ist weltberühmt. Er gilt als Experte für Fragen der Biologie, für Instinktforschung, Abstammungsprobleme, Evolutionsfragen u. a. Davon zeugen auch die vielen Ehrungen, die ihm zuteil wurden. Er war Mitglied des Institut Grand-Ducal von Luxemburg und der Societé Scientologique de Bruxelles, Mitglied der Societé Entomologique de Belgique und der gleichen Society of London, ebenso der Spanischen, Brasilanischen und Deutschen Entomologischen Gesellschaften. Er war Ehrendoktor der Universität Freiburg und anderer Universitäten. Zu seinem 70. Geburtstag erschien ihm zu Ehren ein Wasmann-Festband.

Schon 1897 erschien sein Buch über Instinkt und Intelligenz im Tierreich; 1909 sein Werk 'Die psychischen Fähigkeiten der Ameisen' und 1919 'Haeckels Monismus - eine Kulturgefahr'.

Erich Wasmann starb im 72. Lebensjahr ohne die Aussicht auf einen Nachfolger.

 

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